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(01.10.2020) Derzeit wird in China um die Meistertitel gekämpft, doch die Medaillen werden dabei nicht unter den Schwimmern ermittelt, die im Becken am schnellsten waren, sondern unter den Sportlern, die an Land die besten Fitnesswerte mitbringen. Ein kurioses Vorgehen, mit dem die Verantwortlichen in China den Fokus ihrer Athleten stärker auf das Krafttraining lenken wollen.

So wurden im Vorfeld der Titelkämpfe Fitnesstests durchgeführt, bei denen die Schwimmer u.a. Klimmzüge, Standsprünge, 30m-Laufsprints, einen 3000m-Lauf und eine Überprüfung der Rumpfstabilität absolvieren mussten. Die Ergebnisse wurden in einem Ranking festgehalten.

Bei den noch bis Freitag laufenden chinesischen Meisterschaften nun können sich nur diejenigen Schwimmer für die Finals qualifizieren, die auch beim Fitnesstest weit vorn landeten. So geht es in den Vorläufen lediglich darum, unter den Top 16 zu landen. Von diesen 16 Sportlern dürfen dann diejenigen im Finale starten, die die acht besten Werte beim Landtest hatten - unabhängig von der Vorlaufzeit. Und das sind nicht unbedingt immer die besten Schwimmer.

So stellte der Sprinter Yu Hexin mit einem neuen chinesischen Rekord über die 50m Freistil in 21,78 Sekunden im Vorlauf seine Qualitäten unter Beweis. Doch an Land lief er hinterher und durfte somit nach seinem Rekordrennen nicht noch einmal im Finale ran.

Das gleiche Schicksal ereilte auch die WM-Dritte Wang Jianjiahe, die über die 1500m Freistil im Vorlauf in 15:45,59 Minuten sogar für einen Asienrekord sorgte, die aber ebenfalls wegen der Fitnesswerte nicht im Finale starten durfte.

Die Regelung könnte auch weiterhin in China Anwendung finden. Verbandspräsident Zhou Jihong erklärte vor den Meisterschaften laut dem Nachrichtenportal new-sports.cn, dass die einheimischen Schwimmer grundlegende physische Fähigkeiten vermissen lassen würden und dass man dies daher auch in Zukunft weiter so handhaben wolle.