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(07.08.2020) Abschied von einem Coach, dessen Arbeit Generationen von Schwimmern prägte und weiter nachhaltig prägt: Der bekannte Schwimmtrainer Gennadi Touretski ist russischen Medienberichten zufolge im Alter von 71-Jahren nach einem Schlaganfall verstorben. Der gebürtige Russe mit australischem Pass hatte einst Stars wie Alexander Popov und Michael Klim zu Olympiasiegen geführt.

Die Philosophie Touretskis: Nicht allein Kraft sondern vor allem Effizienz macht einen schnellen Schwimmer aus. Wer einmal Rennen des russischen "Schwimm-Zaren" Alexander Popov gesehen hat, wird verstehen, was damit gemeint ist. Obwohl Popov scheinbar mühelos mit eleganten Zügen durchs Wasser rutschte, war der Sprintspezialist seinen um sich spritzenden Konkurrenten stets ein Stückchen voraus. Sein Stil trug die Handschrift von Gennadi Touretski, der seine Athleten schon in den 90er Jahren mit Seilen durchs Wasser zog, damit sie "Übergeschwindigkeiten" erfahren und dadurch das Wasser besser erspüren konnten. 

Sein Abschluss als Ingenieur und das Wissen um Biomechanik, Biochemie, Wasserverhalten und Sportphysiologie ließ ihn erkennen, das Schwimmer dass sie umgebende Wellenbild für sich nutzen und nicht dagegen ankämpfen müssen. Ein Prinzip, das heutzutage elementar ist, wenn es um effiziente Schwimmbewegungen geht.

Dem Schwimmsport blieb Touretski bis zuletzt treu. In den vergangenen Jahren stand er in der Schweiz am Beckenrand und betreute dort unter anderem seine Tochter Sasha, die 2016 bei den Olympischen Spielen in Rio für das Alpenland startete oder auch den ungarischen EM-Medaillengewinner Maxim Lobanovsky. 

Zum Gedenken an Touretski hier ein Video, dass die Olympiasiege von Alexander Popov im Jahr 1992 zeigt und dessen im Vergleich zur Konkurrenz ruhigen und kontrollierten Stil erkennen lässt: