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(24.07.2020) Eigentlich hätten an diesem Wochenende die Schwimm-Wettbewerbe der Olympischen Spiele 2020 begonnen. Aufgrund der Verschiebung auf das kommende Jahr müssen wir uns zwar noch etwas gedulden. Einige deutsche Nationalschwimmer aber werden stattdessen am Wochenende im Magdeburg ihre Form testen.

Damit kommt auch bei bei Lokalmatador Florian Wellbrock kein Olympia-Wehmut auf. "Ganz klar überwiegt die Freude, dass ich wieder einen Wettkampf schwimmen kann", erklärt der Weltmeister vor dem Heimwettkampf gegenüber swimsportnews.de. "Bei uns Sportlern ist das gar nicht so präsent ist, dass an diesem Wochenende eigentlich die Olympische Spiele losgegangen wären."

Schwimmen wird er die 200 bis 1500m Freistil. "Konkreten Ziele habe ich mir nicht gesteckt. Die Saison war doch etwas chaotisch war und man muss deswegen jetzt einfach mal schauen, was zur Zeit möglich ist", so Wellbrock, der vor kurzem bei einem inoffiziellen Trainingswettkampf schon recht überzeugende Leistungen zeigte. Während damals nur die heimischen Athleten am Start waren, sind diesmal auch ein paar Gäste weiterer Stützpunkte dabei.

Zwar sind nur 33 Athleten für den Wettkampf gemeldet. Doch darunter befinden sich mit Jessica Steiger (Gladbeck), David Thomasberger, Lisa Graf (Leipzig), Laura Riedemann (Halle), Leonie Kullmann, Johanna Roas (beide Berlin) sowie den heimischen Athleten Sarah Köhler, Isabel Gose, Franziska Hentke, Rob Muffels, Finnia Wunram, Aliena Schmidtke oder auch Marius Zobel fast zur Hälfte Schwimmer mit A-Nationalmannschaftserfahrung.

Ein weiterer Athlet aus diesem Kreis nutzt den Wettkampf im kleinen Rahmen für sein Comeback auf der Langbahn. Der mehrfache Deutsche Meister Marek Ulrich wird in Magdeburg seinen ersten Wettkampf im 50m-Becken seit mehr als zweieinhalb Jahren bestreiten. Nach dem zwischenzeitlichen Karriereende ist der WM-Teilnehmer von 2017 seit Ende des vergangenen Jahres wieder zurück und reist durchaus selbstbewusst zum Wettkampf nach Magdeburg. 

"Mein Ziel ist es, nahe an meine Bestzeit zu kommen oder sogar schon Bestzeit zu schwimmen", erklärt Ulrich im Vorfeld des Wettkampfes und hat dabei vor allem seine Paradestrecke 100m Rücken im Visier. Eine persönliche Hausmarke von 54,27 Sekunden hat er hier zu Buche stehen und könnte damit direkt ein kleines Achtungszeichen an die nationale Konkurrenz schicken für den bevorstehenden Kampf um die Position als Rückenschwimmer in der deutschen Olympia-Lagenstaffel.

Egal, dass es statt Tokio nun Magdeburg ist - man merkt sowohl bei Ulrich als auch Wellbrock (und sicher trifft es auch auf die weiteren Athleten zu): Sie können es kaum erwarten, endlich wieder ins Wettkampfbecken zu springen.