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(24.03.2020) Die Verschiebung der Olympischen Spiele auf 2021 sorgte am Dienstag für Erleichterung in weiten Teilen der Sportwelt. Doch für viele Athleten, die in Tokio eigentlich das Ende oder den Höhepunkt ihrer Karriere feiern wollten, bedeutet das nun, dass sie unfreiwillig ein Jahr dran hängen müssen.

So zum Beispiel der 2015er Weltmeister Marco Koch. Der Frankfurter befand sich seit dem vergangenen Jahr wieder im Aufwind und wollte es bei Olympia ein letztes Mal mit der internationalen Konkurrenz aufnehmen. Trotz der Verschiebung auf 2021 hat sich an diesem Plan nichts geändert, erklärt Koch in einer Verbandsmitteilung: "Natürlich ist die Karriere für einen 30-Jährigen wie mich nicht mehr ganz so lang, aber ich nehme auch 2021 nun fest ins Visier. Ich hoffe dabei, dass meine bereits erfüllte Normzeit weiterhin berücksichtigt wird. Und falls nicht, schwimme ich sie halt noch einmal." Da an seinem Trainingsstandort in Hessen durch Badschließungen ohnehin kein Training mehr möglich war, wird sich der einstige Weltrekordhalter nun in die vorgezogene Sommerpause verabschieden.

Ähnlich sieht es die Magdeburgerin Franziska Hentke. Im Gegensatz zu Koch war sie zwar noch nicht für Tokio qualifiziert, galt jedoch als eine aussichtsreiche Kandidatin auf die Olympiatickets. "Auch wenn es noch kein festes Datum gibt, steht für mich eins fest: Ich will die Olympischen Spiele 2021 in Tokio erleben", erklärt die 30-jährige Vize-Weltmeisterin von 2017 via Instagram.

Ganz so locker wie zum Beispiel Marco Koch nehmen nicht alle Athleten die Olympiaverschiebung. So mancher sah sich speziell für diesen Sommer in Bestform. „Ich bin in dieser Saison bereits einen Weltrekord geschwommen und auch zuletzt im Trainingslager lief es richtig gut – dass ich diese gute Form nicht in diesem Sommer nutzen kann, ist schon sehr schade", erklärte so zum Beispiel die WM-Zweite von 2019 über die 1500m Freistil, Sarah Köhler. "Es wird einige Tage brauchen, bis die Entscheidung über die Verschiebung dieser Spiele bei mir angekommen ist, auch wenn sie zuletzt immer absehbarer wurde." Dennoch zeigte sie sich erleichtert, dass nun Klarheit herrscht.

Bernd Berkhahn, Bundestrainer sowie Heimcoach von Hentke und Köhler, begrüßt die Entscheidung, Olympia auf 2021 zu verlegen. Der erfahrene Stratege blickt nun bereits voraus: "Um in die weitere Planung einsteigen zu können, müssen wir allerdings noch auf den genauen Termin für 2021 warten - und auch auf die Vorgaben unseres Weltverbandes FINA". 

Die FINA kündigte am Dienstag bereits an, bei der Datierung der kommenden WM 2021 flexibel sein zu wollen. In den kommenden Wochen und Monate dürfte sich nach und nach klären, wie der Wettkampfkalender für die Saison 2020/2021 aussehen wird.

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