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(23.03.2020) Innerhalb der kommenden vier Wochen will das Internationale Olympische Komitee entscheiden, ob in diesem Jahr trotz der Corona-Pandemie Olympische Spiele in Tokio stattfinden werden oder ob man die Wettbewerbe verschieben wird. Auch der Deutsche Schwimm-Verband schaltet sich nun in die Diskussion ein und fordert eine deutlich schnellere Entscheidung über die Olympia-Austragung.

"Die (...) vom IOC angekündigte 4-Wochen-Frist für eine Entscheidung ist unter Beachtung der aktuellen Gesamtsituation viel zu spät", erklärt DSV-Sportdirektor Thomas Kurschilgen am Montag in einer Pressemitteilung. Durch die aktuelle Situation würde wegen der Planungsunsicherheit und der schwierigen Trainingsmöglichkeiten ein hoher psychischer Druck auf den Athleten lasten. "Wir halten daher die Verschiebung der Olympischen Spiele um mindestens ein Jahr für eine realistische Option", so Thomas Kurschilgen.

Der Sportdirektor vertritt damit die Meinung einer großen Mehrheit der DSV-Topathleten. Eine Umfrage unter den Olympia- und Perspektivkadern des Verbandes habe ergeben, "dass sich mehr als 80 Prozent der Athleten*innen für eine Verschiebung der Spiele ausgesprochen haben und fast 90 Prozent die derzeitigen Wettbewerbsbedingungen als unfair ansehen."

Der Druck auf das Internationale Olympische Komitee, nicht erst in vier Wochen sondern bereits deutlich schneller eine Entscheidung zu treffen, wächst derzeit nicht nur täglich sondern quasi stündlich. Neben dem DSV sprachen sich zum Beispiel die Schwimmverbände der USA, Kanadas und Österreichs für eine Olympiaverschiebung aus. 

Und tatsächlich: Es verdichten sich die Zeichen auf eine Olympiaverschiebung. Ebenfalls am Montag erklärte das IOC-Mitglied Dick Pound aus Kanada, dass die Verlegung der Spiele bereits beschlossen sei. Das IOC selbst wollte diese Meldung nicht bestätigen und bezeichnete Pounds Aussage als dessen eigene "Interpretation", ohne diesen aber ausdrücklich zu widersprechen.