Medisports Network

(10.02.2020) Seit Beginn des Nominierungszeitraums für die Olympischen Spiele 2020 gibt es für die deutschen Schwimmer wie gewohnt nicht nur die Möglichkeit, sich über Einzelstrecken für Tokio zu empfehlen. Auch in den Staffelevents gibt es wertvolle Plätze zu besetzen.

Da es den deutschen Athleten bei der WM 2019 gelungen war, alle Staffeln unter den Top Zwölf zu platzieren, kann Deutschland bei den Spielen in Tokio auch über jede Staffeldistanz ein Quartett an den Start bringen. Trotzdem hat der deutsche Verband noch einmal Normzeiten für die eigenen Staffeln aufgestellt. Dafür werden die bis zum Ende des Qualifikationszeitraums (03.05.) jeweils besten Einzelleistungen der vier schnellsten Athleten für das jeweilige Staffelevent addiert.

Das heißt aber nicht, dass am Ende auch genau diese vier Schwimmer für die Staffel mit zu Olympia genommen werden. Zur Nominierung der Staffelathleten hat sich der Verband in diesem Jahr eine etwas veränderte Vorgehensweise ausgedacht: Die Schwimmer müssen bei den Qualifikationswettkämpfen nämlich nicht nur in den Finals schnell sein. Für die Staffeln werden die vier Sportler nominiert, die im Durchschnitt der Zeiten von Vor- und Endlauf bei ihrem Qualifikationswettkampf am besten waren. Es kommt also auch darauf an, am Morgen schon möglichst schnell unterwegs zu sein.

Wie das geht, hat am Wochenende der Magdeburger Youngster Lukas Märtens beim Wettkampf in der heimischen Elbeschwimmhalle vorgemacht. Über die 200m Freistil schwamm er sowohl im Vorlauf (1:49,64) als auch Finale (1:49,58) unter die 1:50er-Marke. Im Endlauf gelang dies zwar auch seinem Teamkollegen Marius Zobel (1:49,73). Der WM-Teilnehmer hatte es aber im Vorlauf in 1:54,26 Minuten deutlich ruhiger angehen lassen.

Bei den Damen schwamm sich am Sonntag die Leipzigerin Marie Pietruschka an die Spitze des noch jungen Staffelrankings über die 200m Freistil. Nach einer 2:01,24 im Vorlauf, legte sie im Finale eine ordentliche Schippe drauf und schwamm in 1:58,60 Minuten so schnell wie nie zuvor in ihrer Laufbahn. Mit im Schnitt nun 1:59,92 Minuten hat sie die Nase knapp vor Annika Bruhn, die im Januar in Belgien einen Vorlauf-Final-Schnitt von 2:00,07 Minuten ablieferte (2:00,86 / 1:59,29).

Märtens und Pietruschka haben am Wochenende schonmal auf sich aufmerksam gemacht. Insgesamt halten sich die Staffelkandidaten bisher aber noch zurück. Die vom Verband vorgegebenen Staffelnormen wurden bisher in keinem Event geknackt. Allzu verwunderlich ist das nicht, denn der Großteil der deutschen Spitzenschwimmer will seine Angriffe auf die Tokio-Tickets bei den Meetings im März und April starten. Wir werden für euch im Blick behalten, wie sich der Kampf um die Staffelplätze im den deutschen Olympiastaffeln entwickelt.

Die Staffelnormen für die Olympischen Spiele 2020:

3:15,50 4x100m Freistil 3:40,05
7:09,95 4x200m Freistil 7:55,00
3:35,55 4x100m Lagen 4:01,35
3:46,70 4x100m Lagen MIXED 3:46,70