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(01.02.2020) Der Kampf um die Titel der Deutschen Mannschaftsmeister gestaltet sich so spannend wie lange nicht mehr. Nachdem die Seriensieger vom SV Würzburg in den zurückliegenden Saisons dreimal hintereinander sowohl bei Damen als auch Herren nicht zu schlagen waren, bekommen sie in diesem Jahr deutlich stärkere Gegenwehr von der Konkurrenz.

Zwar liegen die Würzburger beim Erstligakampf in Wiesbaden nach dem ersten von zwei Abschnitten sowohl bei den Damen (12.719 Punkte) als auch den Herren (12.711) an der Spitze. Doch die Gegner sind in Schlagdistanz.

Bei den Herren standen die Titelverteidiger erst nach zwölf Rennen erstmals an der Spitze, bei den Damen dauerte es sogar 14 Strecken, bevor der SV Würzburg sich zum ersten Mal knapp vor dem Team des SC Wiesbaden in Führung schieben konnte. Beide Mannschaften lieferten sich ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Schon ein Event später lagen schon wieder die Gastgeberinnen auf Platz eins des Rankings, erst im letzten Wettkampf der Tages holten sich die Würzburgerinnen den ersten Platz zurück und übernachten mit gerade einmal 43 Punkten Vorsprung auf Wiesbaden.

Die Konkurrenz versucht die Würzburger, die auch in diesem Jahr mit zahlreichen ungarischen Gastschwimmern an den Start gehen, mit ihren eigenen Waffen zu schlagen. Denn auch die Hausherren vom SC Wiesbaden haben sich gezielt verstärkt, um bei den Titelkämpfen in der eigenen Halle vorn mitzumischen. Allein die finnische EM-Medaillengewinnerin Jenna Laukkanen lieferte bei ihren fünf Starts am Samstag im Schnitt um die 800 Punkte ab. Damit hat sie aber bereits die Maximalzahl an Starts erreicht und wird der Mannschaft am Sonntag nicht mehr helfen können. Mit der italienischen Vize-Europameisterin Ilaria Cusinato, einigen starken ungarischen Nachwuchsathletinnen und natürlich eigenen Kräften wie der mehrfachen Europameisterin Jenny Mensing haben die Wiesbadener aber noch einige schnelle Schwimmerinnen in ihren Reihen.

Hinter den beiden Spitzenreiter-Teams kämpfen auch der SV Nikar Heidelberg (12.394), die Neckarsulmer Sport-Union (12.367) und die SG Neukölln noch um die Podestplätze.

Bei den Männern bekommen die Würzburger vor allem Gegenwehr von der SG Frankfurt, die komplett auf die eigenen Kräfte um Marco Koch und Jan-Philip Glania setzt. Das Team aus der Mainmetropole liegt 382 Punkte hinter den Vorjahressiegern. Auch die Neckarsulmer Sport-Union ist mit nur weiteren 67 Zählern Rückstand noch mitten drin im Titelkampf. 

Die internationalen Gäste sammelten dabei am ersten Tag der DMS-Bundesliga 2020 zwar kräftig Punkte für ihre Teams. Die stärksten Einzelleistungen kamen aber von den deutschen Nationalschwimmern, die in Wiesbaden am Start sind. Bei den Damen holte Leonie Beck, die neben Lea Boy die einzige einheimische Schwimmerin im Team des SV Würzburg ist, mit ihrer Zeit von 8:16,95 Minuten satte 897 Zähler. Ähnlich sah es bei den Männern aus: Hier schwamm Becks Teamkollege Ruwen Straub mit seiner Zeit von 14:45,85 Minuten die punktbeste Einzelleistung des Tages (870 Zähler).

Spannend gestaltet sich auch der Kampf gegen den Abstieg. Bei den Männern trennen weniger als 600 Punkte den achten und zwölften Platz. Keine dieser Mannschaften kann sich sicher sein. Die "Rote Laterne" hat derzeit das Team der W98 Hannover (10.989). Unter den Damenteams sieht es ähnlich aus, auch hier befinden sich fünf bis sechs Mannschaften im Abstiegskampf. Mit der schlechtesten Ausgangsposition übernachten auf dem zwölften Platz die Damen der SG Dortmund (10.596).

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Bild: Thesportpicturepage