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(05.01.2020) Seit einem halben Jahrhundert steht sie bereits im Herzen der Elbestadt Dresden: Die Schwimmhalle am Freiberger Platz. Generationen von Hobby- und Leistungsschwimmern zogen hier ihre Bahnen, während sich der Zahn der Zeit sich Stück für Stück in die Substanz von Becken und Gebäude nagte. Vom einstigen Prototyp für Schwimmhallen in der ehemaligen DDR entwickelte sie sich nach der Wende zum aufwendigen Sanierungsfall. Doch das ist nun Geschichte: Nach fünf Jahrzehnten erstrahlt die Schwimmhalle am Freiberger Platz seit kurz vor Weihnachten in neuem Glanz und bietet den Dresdner Schwimmern einen der größten Schwimmkomplexe in Deutschland.

Die maroden Kacheln im Becken, von denen ohnehin längst die eine oder andere fehlte, sind modernem Edelstahl gewichen. Neue Sanitäranlagen gibt es natürlich auch. Und statt der markanten gelben Startblöcken stehen nun blau-weiße Startpodeste am Beckenrand. Einer der berühmt berüchtigten alten Startblöcke, auf denen auch so manch gestandener Leistungsschwimmer beim Startsignal den Halt verlor, wird den Dresdner Schwimmern aber erhalten bleiben.

Aus Anlass der Neueröffnung der Schwimmhalle hatte der Rundfunksender Radio Dresden vor Weihnachten eine Live-Versteigerung gestartet, um dem Startblock mit der begehrten Nummer 4 ein neues Zuhause zu verschaffen. Die Dresdner Clubs legten zusammen und sorgten dafür, dass der Startblock in dein eigenen Reihen bleibt. Für 601 Euro sicherten sie sich das gute Stück und unterstützten damit auch einen guten Zweck: Das Geld kommt der Kinderarche Sachsen zu.

Die neuen Startblöcke der unter Denkmalschutz stehenden Traditionshalle werden nun übrigens vor allem Trainingszwecken dienen. Für Wettkämpfe wurde bereits im Dezember 2016 eine neue 50m-Anlage eröffnet, die sich direkt an die alte Halle anschließt. Beim traditionellen Christstollen-Schwimmfest am letzten Adventswochenende feierte der fertig gestellte Doppel-Komplex mit den beiden 50m-Hallen seine Wettkampfpremiere und bei den Süddeutschen Jahrgangsmeisterschaften im Mai werden sich die besten Nachwuchsschwimmer aus dem Süden der Republik davon ein Bild machen können.

Die neue Halle in Dresden - Bild: Dresdner Bäder GmbH

Die 50-jährige Geschichte, in der kaum Modernisierungen an der Halle vorgenommen wurden, machte sich auch im Budget für die Baumaßnahmen bemerkbar. Mehr als 40 Millionen Euro wurden für die Arbeiten an der neuen Halle sowie die Sanierung der bisherigen Schwimmanlagen ausgegeben - doppelt so viel, wie ursprünglich veranschlagt. Es waren Investitionen, die für den Dresdner Schwimmsport durchaus wichtig waren: In der mehr als eine halbe Million Einwohner zählenden Landeshauptstadt sind es die einzigen beiden 50m-Becken der Stadt. Hinzu kommen fünf 25m-Becken, eines davon jedoch in einem Spaßbad.

Die neue und alte Heimat der Dresdner Leistungsschwimmer ist und bleibt aber der Komplex am Freiberger Platz. Mit Schwimmgeschichte von 50 Jahren in der Luft und frischem Wasser im neuen Becken wollen die Teams, Talente und Trainer der Elbestadt nun in ein erfolgreiches neues Jahrzehnt starten.