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(06.12.2019) Doppeltes Edelmetall für die deutschen Schwimmer am dritten Tag der Kurzbahn-Europameisterschaften in Glasgow. Wie schon über die 200m Rücken sicherte sich Christian Diener am Freitag auch über die 100m-Strecke die Silbermedaille. 

In 49,94 Sekunden blieb der Potsdamer dabei nicht nur erstmals unter 50 Sekunden. Er knackte auch den Deutschen Rekord von Helge Meeuw. "Ich hatte eine Chance und habe zugeschlagen", meinte er nach dem Rennen. Schneller als Diener war in 49,09 Sekunden nur der Russe Kliment Kolesnikov. Bronze ging an den Rumänen Robert Glinta (50,30).

Seine Qualitäten als Pokerspieler stellte Philip Heintz unter Beweis. Über die 200m Lagen hatte er am Morgen nur mit viel Glück die Vorläufe überstanden. Im Finale am Abend machte er dann ernst. Frisch rasiert schwamm er von der Außenbahn in 1:52,55 Minuten zu Bronze. "Dass ich eine Medaille hole, hätte ich vor den Meisterschaften gar nicht gedacht", so der Heidelberger. Den Titel sicherte sich der Grieche Andreas Vazaios in neuer Europarekordzeit von 1:50,85 Minuten vor dem Norweger Tomoe Zenimoto Hvas (1:51,74). 

Drei weitere Finals fanden mit deutscher Beteiligung statt. Ein starkes Debüt in einem EM-Finale feierte dabei der 17-jährige Sven Schwarz. Über die 1500m Freistil schwamm er in 14:38,79 Minuten auf den sechsten Platz. Gold ging an Italiens Olympiasieger Gregorio Paltrinieri (14:17,14). Der Norweger Henrik Christiansen (14:18,15) und Frankreichs David Aubry (14:25,66) komplettierten das Podium.

Über die 200m Schmetterling schlug Angelina Köhler in 2:08,92 Minuten als Achte an. Nicht zu schlagen war mal wieder Ungarns Superstar Katinka Hosszu (2:03,21). Dahinter verhinderte die Italienerin Ilaria Bianchi (2:04,20) vor Zsuszanna Jakabos (2:05,00) einen erneuten ungarischen Doppelsieg, wie Hosszu und Jakabos ihn schon über die 400m Lagen eingefahren hatte. Wenig später gewann Hosszu auch die 100m Lagen (57,36). 

Den Abschluss des Tages aus deutscher Sicht bildeten die Damen der 4x50m Freistilstaffel, die etwas zu viel Ehrgeiz ins Becken brachten. Wegen eines Wechselfehlers an der zweiten Position wurden Lisa Höpink, Maya Tobehn, Marie Pietruschka und Jessica Felsner disqualifiziert. Die Teams aus Frankreich und den Niederlanden schnappten sich zeitgleich Gold vor Dänemark.

In den Halbfinals gab es keine deutschen Tickets für die morgigen Endläufe. Über die 100m Brust belegte Marco Koch in 57,76 Sekunden Platz zehn. Der Weißrusse Ilya Shymanovich stellte hier in 55,89 Sekunden einen neuen Europarekord auf. 

Über die 50m Freistil sorgte der 17-Jährige Artem Selin zwar in 21,37 Sekunden für einen neuen Deutschen Altersklassenrekord, verpasste aber auf Platz zehn den Endlauf um 14 Hundertstel. Im Finale später am Abend ging der Sieg an den Russen Vladimir Morozov (20,40) vor Comeback-Star Florent Manaudou (20,66) und dem Ungarn Maksim Lobanovskii (20,76). 

Die Links zur Kurzbahn-EM 2019: