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(08.03.2013) Der Deutsche Schwimm-Verband hat die lang erwarteten Normzeiten für Weltmeisterschaften 2013 in Barcelona veröffentlicht. Die geforderten Zeiten zur Qualifikation für die Schwimm-WM 2013 wurden im Vergleich zu den Normzeiten vergangener Saisonhöhepunkte deutlich entschäft.


Erstmals stellt der DSV die Athleten in diesem Jahr dabei vor zwei Qualifikationshürden: Sowohl im Vorlauf als auch im Finale der Deutschen Meisterschaften in Berlin müssen die Athleten vorgegebene Zeiten knacken. Im Vorlauf müssen die Schwimmer schneller sein, als Platz 24 bei den Weltmeisterschaften 2011 in Shanghai. Im Finale der DM in Berlin müssen dann die Zeiten, bei bei der Schwimm-WM 2011 zum Erreichen des 16. Platzes nötig waren, geknackt werden.

Damit liegen die Qualifikationshürden deutlich unter den Anforderungen vergangener Saisonhöhepunkte. „Wir wollen nicht, dass sich alle ganz auf die DM fokussieren und danach leistungsmäßig in ein Loch fallen“, erklärte Chef-Bundestrainer Henning Lambertz gegenüber dem SID. Damit wird es bei den Deutschen Meisterschaften mehr auf den Kampf um die ersten beiden Plätze, die zur Qualifikation für die Schwimm-WM berechtigen, ankommen. Es verspricht ein großes WM-Team zu werden.

Zudem sind Paul Biedermann, Britta Steffen sowie Markus und Steffen Deibler als Finalisten der Olympischen Spiele 2012 bereits mit ihren in London in den Endläufen erzielten Zeiten gesetzt. Sollten also bei den Deutschen Meisterschaften nicht zwei Athleten schneller sein, als diese Leistungen, erhalten die Olympia-Finalisten ihre WM-Tickets unter der Voraussetzung, dass sie selbst in Berlin auf Platz eins oder zwei schwimmen.

Folgende Normzeiten für die Schwimm-WM 2013 wurden veröffentlicht:

Damen     Herren  
Vorlauf Finale   Finale Vorlauf
Platz 24 WM '11 Platz 16 WM '11   Platz 16 WM '11 Platz 24 WM '11
00:25,82 00:25,34 50m Freistil 00:22,33 00:22,55
00:55,52 00:54,86 100m Freistil 00:48,93 00:49,23
01:59,40 01:58,74 200m Freistil 01:48,42 01:48,94
04:16,44 04:09,81 400m Freistil 03:49,55 03:53,52
  08:34,33 800m Freistil  07:59,06  
  16:26,36 1500m Freistil  15:14,38  
00:29,12 00:28,84 50m Rücken 00:25,43 00:26,08
01:01,90 01:01,39 100m Rücken 00:54,43 00:54,88
02:13,48 02:11,09 200m Rücken 01:58,48 02:00,74
00:32,90 00:32,00 50m Brust 00:28,00 00:28,21
01:09,56 01:08,63 100m Brust 01:00,86 01:01,37
02:30,51 02:27,88 200m Brust 02:12,78 02:13,75
00:27,24 00:26,83 50m Schmett. 00:23,96 00:24,26
00:59,56 00:58,89 100m Schmett. 00:52,57 00:53,14
02:11,37 02:09,38 200m Schmett. 01:57,03 01:58,20
02:17,09 02:14,97 200m Lagen 01:59,99 02:01,44
04:48,31 04:44,53 400m Lagen 04:18,99 04:26,41
         
Staffelnormzeiten (Platz 8 der WM 2011)
  03:39,74 4x100m Freistil 03:15,05  
  07:56,55 4x200m Freistil 07:12,26  
  04:01,09 4x100m Lagen 03:37,44

 

Die Zeiten entsprechen somit den Vorstellungen, die man seitens des DSV bereits im Oktober des vergangenen Jahres veröffentlicht hatte. Sie waren damals in der Konzeption der Höhepunkte auf nationaler Ebene enthalten, mussten jedoch noch abgestimmt werden. Nun, weniger als sieben Wochen vor den Deutschen Meisterschaften, wurden diese Zeiten als offizielle Normzeiten für die Schwimm-WM 2013 bestätigt.

Qualifikationsmodell nach französischem Vorbild

Die Form der doppelten Qualifikationshürde in Vorlauf und Finale wurde bisher vor allem in Frankreich praktiziert. Ziel ist dabei, die Athleten besser auf Doppelbelastung der bei WM, EM usw. am selben Tag stattfindenden Vorläufe und Halbfinals vorzubereiten. In diesem Jahr wird man in Frankreich von dieser Vorgehensweise jedoch abrücken und lediglich die FINA-A-Normzeiten als Qualifikationshürden verlangen.