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(03.10.2020) Der Deutsche Schwimm-Verband wird ohne Präsidenten in die Olympischen Spiele 2020 gehen. Auf der Mitgliederversammlung am Donnerstag beschlossen die Delegierten mit breiter Mehrheit, die angesetzte Wahl des DSV-Oberhaupts zu verschieben.

Mit 392 Stimmen und nur 13 Gegenstimmen des DSV-Parlaments wurde ein dementsprechender Antrag der Landesverbände angenommen. „Wir brauchen Zeit zum Durchatmen, um zu einem neuen Miteinander zu finden. Zum Wohle aller, vor allem unserer Sportler“, erklärte Harald Walter, der den Antrag als Präsident des Bayerischen Schwimmverbandes vortrug.

Erst im Herbst 2020 soll der noch zu besetzenden Posten des DSV-Präsidenten gefüllt werden. Bis dahin leitet weiterhin das Interimspräsidium aus den 2018 gewählten Vize-Präsidenten Uwe Brinkmann und Wolfgang Hein sowie Leistungssportdirektor Thomas Kurschilgen die Geschicke des Verbandes. Im Rahmen der Wahl 2020 würden Brinkmann und Hein ihre eigentlich bis 2022 laufenden Mandate niederlegen, "um wieder in den turnusmäßigen Wahl-Rhythmus zu kommen", so der DSV.

Eigentlich sollte das Präsidium bei der heutigen Mitgliederversammlung komplettiert werden. Nachdem es aber im Vorfeld über die von einer eigens eingesetzten Findungskommission um die DSV-Ex-Präsidentin Christia Thiel gemachten Kandidatenvorschläge Unstimmigkeiten gab, war bereits absehbar, dass es zu keiner Wahl kommen würde. 

„Mit der heutigen Entscheidung hat die Mitgliederversammlung dem Vorschlag der Findungskommission eine klare Absage erteilt", so DSV-Sportdirektor Thomas Kurschilgen. "Der gefundene Kompromiss ermöglicht dem Verband nicht nur Stabilität im Olympia-Jahr, sondern auch die Möglichkeit den eingeschlagenen Weg der Modernisierung und der Strukturveränderungen mit der notwendigen Konsequenz fortzuführen.“