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(21.08.2019) Der Internationale Sportgerichtshof CAS hat die Verhandlung im Dopingfall des chinesischen Olympiasieger Sun Yang verschoben. Ursprünglich war diese für den kommenden Monat angesetzt. Nun könne die Anhörung aber nicht vor Ende Oktober stattfinden, teilte der CAS mit.

Grund dafür seien "unerwartete persönliche Umständen" bei einer der Parteien. Alle beteiligten Seiten hätten dem zugestimmt, so der CAS. Weitere Informationen zu den Ursachen der Verlegung wurden nicht bekannt gegeben.

Angestrengt wurde das Verfahren durch die Welt-Anti-Doping-Agentur WADA. Sun Yang geriet in diesem Jahr in die Schlagzeilen, nachdem bekannt wurde, dass er Dopingfahndern zufolge im zurückliegenden September bei ihm entnommene Blutproben nach einem unangekündigtem Test von seinem Sicherheitsteam mit einem Hammer zerstören ließ. Der Anti-Doping-Ausschuss des Weltverbands FINA hatte ihn im Januar frei gesprochen, mit der Begründung man "werde wohl nie erfahren, was wirklich geschehen sein". Gegen diese Entscheidung legte die WADA Einspruch ein.

Für Diskussionen sorgte dabei, dass keine der Parteien beim CAS ein Eilverfahren beantragt hatte, damit der Fall noch vor Beginn der Schwimm-Weltmeisterschaften Ende Juli hätte verhandelt werden können. So war Sun Yang trotz des noch offenen Ausgangs der ganzen Affäre bei der WM am Start und holte hier zwei Titel. Seine Konkurrenten Mack Horton und Duncan Scott richteten mit Protestaktionen im Rahmen der Siegerehrungen das Scheinwerferlicht auf die Geschichte.

Wann diese nun weitergeht, ist also unklar. Fest steht hingegen bereits, dass es sich um eine öffentliche Anhörung handeln wird, der sowohl Medien als auch Zuschauer beiwohnen können. Es ist erst das zweite Mal überhaupt, dass sich der CAS auf eine solche jedem zugängliche Verhandlung einlässt. Auch bei der "Premiere" im Jahr 1999 ging es um den Schwimmsport. Damals versuchte sich die Irin Michelle Smith De Bruin vergeblich gegen eine vierjährige Sperre zu wehren, die wegen der Manipulation einer Urinprobe gegen sie verhängt worden war.

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