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(27.07.2019) Der Europameister steht souverän im WM-Finale von Gwangju: Florian Wellbrock hat sich bei den Weltmeisterschaften in Südkorea klar für den Endlauf über die 1500m Freistil qualifiziert.

Mit einer kontrollierten Vorstellung lieferte der Magdeburger in 14:47,52 Minuten die zweitschnellste Zeit des Feldes ab. "Dafür, dass ich bei den 800m ein bisschen gepatzt habe, war es für den Kopf jetzt schon wichtig, vorne mit ins Finale zu kommen und dadurch morgen nicht auf einer Außenbahn schwimmen zu müssen", so Wellbrock, der am Dienstag noch überraschend im Vorlauf der 800m Freistil ausgeschieden war.

Tendenziell habe es sich heute besser angefühlt, so Wellbrock. "Das lockere Schwimmen bis 1.000m ging sehr gut." Hinten raus habe er es dann cool über die Bühne bringen können. An seine Grenzen musste der 21-Jährige heute noch nicht gehen. "Ein bisschen was ist da noch drin. Wie viel, das werde ich gleich beim Ausschwimmen merken."

Für den morgigen Kampf um die Medaillen dürfte ein deutlich schnelleres Rennen zu erwarten sein. Als Favorit auf Bahn vier geht Gregorio Paltrinieri ins Rennen, der in Gwangju bereits einen Europarekord über die 800m schwimmen konnte und heute direkt neben Wellbrock nach 14:45,80 Minuten anschlug. "Er ist in Top-Form, das sieht man", meinte der deutsche mit Blick auf seinen italienischen Konkurrenten. Sein Trainer Bernd Berkhahn pflichtete bei: "Ich glaube, da kann keiner mitschwimmen." Auch den Norweger Henrik Christiansen (5. - 14:50,28) sowie den Ukrainer Mykhailo Romanchuk, der heute nur zwei Hundertstel langsamer war als Wellbrock, müsse man auf dem Zettel haben.

Der Überraschungskandidat im Finale über die 1500m könnte der erst 19-jährige Däne Alexander Norgaard werden. Er schlug heute in 14:47,75 Minuten mit der viertschnellsten Zeit an. Auf den letzten 50m zeigte er dabei in 27,85 Sekunden mit dem schnellsten Split des Feldes, dass er womöglich auch noch nicht alle Körner verschossen hatte. Wellbrock hatte im vergangenen Jahr mit der viertschnellsten Leistung aller Zeiten in 14:36,15 Minuten bereits sein Können unter Beweis gestellt.

Warum es zum Auftakt der Beckenwettbewerbe für ihn über die 800m nicht wie geplant lief, kann er selbst zwar noch nicht genau sagen. "Wir sind zwei Tage vorher noch eine Serie im Wettkampfbecken mit Wettkampfbekleidung geschwommen und das lief sehr gut. Deswegen war ich da auch deutlich überrascht, dass die 800m nicht liefen." Coach Berkhahn scheint der Ursache hingegen auf die Spur gekommen zu sein, ohne dass er sich hier nach dem Rennen in die Karten schauen lassen wollte. Nur so viel gab er preis: Die Erklärung sei "plausibel" sowie "wirklich spannend und interessant." 

Der Weg zurück zur Form sei keine konstante Kurve nach oben gewesen, meinte Berkhahn. Immer wieder habe es Trainingseinheiten gegeben, die gut liefen. Bei anderen hingegen habe Wellbrock das gewohnte Wassergefühl gefehlt. Positiv habe sich unter anderem ein wenig Krafttraining zwischendurch ausgewirkt. "Das hat ihm geholfen, wieder Körpergefühl zu gewinnen. Er fühlte sich zuvor einfach ein bisschen lasch und konnte die Widerlager nicht spüren."

Der Tag des Ausscheidens sei für Wellbrock durchaus schwer gewesen, meinte er heute zurückblickend. Nachdem er aber eine Nacht darüber geschlafen konnte, habe er das Buch zugemacht. Ein neues WM-Kapitel kann Wellbrock, der im Freiwasser bereits mit dem Titel über die 10km in die WM gestartet war, im morgigen Finale schreiben.

Ebenfalls über die 1500m Freistil am Start war heute der Würzburger Ruwen Straub. Er konnte in 15:05,51 Minuten nicht erneut unter die 15-Minuten-Marke schwimmen und musste sich mit Platz 17 zufrieden geben.

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WM-Bilder: Alibek Käsler / swimsportnews