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(22.07.2019) Eigentlich könnte Florian Wellbrock mit Freudensprüngen durch Südkorea hüpfen. In der vergangenen Woche wurde er Weltmeister über die 10km, ist also aktuell auf der olympischen Strecke der beste Open Water Schwimmer des Globus. Doch zum einen ist dies nicht so die Art des hochgewachsenen Norddeutschen. Zum anderen hat er noch ein paar wichtige Aufgaben vor sich. Ab morgen steigt Wellbrock in die Beckenwettbewerbe der Schwimm-WM 2019 ein und will erneut zeigen, dass er in der Weltspitze der Ausdauerschwimmer nicht nur mithält, sondern diese mitbestimmt.

"Direkt danach hab ich mich tierisch gefreut, gerade auch, weil es für Rob auch mit auf dem Podest geklappt hat", meint Wellbrock dieser Tage zurückblickend auf seinen Freiwasser-Erfolg, bei dem er mit seinem Magdeburger Teamkollegen Rob Muffels Gold und Bronze abräumte. "Aber nach der Siegerehrung war dann Pressekonferenz, dann Dopingkontrolle und dann war das irgendwie alles weg. Ausschwimmen, dann bin ich früh schlafen gegangen und hab einfach weitergemacht."  Nicht einmal mit einem Gläschen Sekt sei angestoßen worden, erzählt er gegenüber swimsportnews am Rande der WM.

Seitdem befindet sich der 21-Jährige wieder im Tunnel, spult routiniert sein Training ab und richtet den Fokus auf die bevorstehenden Rennen. "Ich denke, das ist auch wichtig für die 800 und 1500m", so Wellbrock, der über beide Strecken erneut vorn angreifen will. Für die am Dienstag bevorstehenden 800m hat er sich unter anderem vorgenommen, seinen ukrainischen Dauerrivalen Mykhailo Romanchuk hinter sich zu lassen. Zudem bekommt es Wellbrock ein weiteres Mal mit Olympiasieger Gregorio Paltrinieri zu tun. 

Gegen ihn holte er 2018 den EM-Titel und auch in Südkorea trafen sie bereits aufeinander. Während Wellbrock sich im Open Water WM-Gold sicherte, verpasste Paltrinieri hier die Medaillen. "Ich glaube im Freiwasser macht er nach wie vor ein paar Fehler. Das lange taktische Schwimmen fällt mir vielleicht etwas leichter als ihm", so der Deutsche, dessen italienischer Konkurrent seine Chancen über die 10km begraben musste, nachdem er zu einem ungünstigen Zeitpunkt ein paar Sekunden zur Verpflegung nutzte. Dies wird im Becken definitiv nicht passieren.

Nicht nur deshalb weißt Wellbrock darauf hin, dass man daraus nicht schließen könne, dass man Paltrinieri nicht mehr auf dem Zettel haben müsste. Im Gegenteil: "Was er macht, das sieht gut aus. Der Junge ist in Form", meint Wellbrock, der seinen Gegner in den zurückliegenden Tagen beobachtet hat. 

Er selbst gehe "sehr selbstbewusst" in seine bevorstehenden Renne, so Wellbrock. "Gar nicht so sehr wegen dem Weltmeistertitel, sondern eher durch die letzten Wettkämpfe. Ich weiß, dass ich mich mit meinen Zeiten nicht verstecken muss und habe durch die 10km gesehen, dass die Form stimmt."

Aufgeregt ist Wellbrock während der Tage des Wartens auf den nächsten Start nicht. Erst wenn es dann wirklich ernst wird, fängt so langsam das Kribbeln an. "Das kommt bei mir eigentlich immer erst am Renntag. Wenn ich meine Wettkampfsachen zusammen packe, meine Musik auf den Ohren hab und los fahre, dann ist dieses Wettkampffeeling so richtig da." Dann schreitet er heraus aus dem Tunnel. Mal schauen, ob an dessen Ende auf Wellbrock wieder Medaillenglanz wartet.

Die Links zur Schwimm-WM 2019 

WM-Bilder: Alibek Käsler / swimsportnews