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Die swimsportnews-Berichterstattung zur Schwimm-WM 2019 wird präsentiert von Smit Sport 

(20.07.2019) Nachdem die deutschen Freiwasserschwimmer in den zurückliegenden Tagen für einen glänzenden Auftakt der Schwimm-Wettbewerben bei der Weltmeisterschaft 2019 gesorgt haben, beginnt am Sonntag der zweite große Abschnitt des Events. Bei den Wettkämpfen der Beckenschwimmer wollen die deutschen Athleten sich im Aufwärtstrend präsentieren.

"Ich denke schon, dass es gelingen wird, die Euphorie-Welle aus dem Freiwasser ins Schwimmbecken mitzunehmen", erklärt Bernd Berkhahn, der die Nationalschwimmer seit dem Jahreswechsel in der Teamchef-Funktion führt, im Vorfeld der Pool-Wettkämpfe. "Wir wollen mit unserem Team aus jungen Nachwuchsathleten und Erfahrenen hier für Aufmerksamkeit in der Weltspitze sorgen."

Die Hoffnungen ruhen dabei unter anderem auf Berkhahns Magdeburger Schützling Florian Wellbrock, der nach seinem 10km-Weltmeistertitel nun über die 800 und 1500m Freistil im Pool erneut seine Qualitäten unter Beweis stellen will. Bei den Europameisterschaften im zurückliegenden Jahr sicherte sich der hoch gewachsene Freistilspezialist nicht nur den Titel über die 1500m, sondern schwamm in 14:36,15 Minuten auch die viertbeste Leistung aller Zeiten. 

Auch Wellbrocks Teamkollegin und Partnerin Sarah Köhler reist als frisch gebackene Weltmeisterin von Yeosu, wo die Freiwasserrennen stattfanden, in die WM-Stadt Gwangju. Sie hatte Gold im Teamwettbewerb geholt und hat im Becken gute Chancen, sich in den Finals über die 800 und 1500m Freistil gegen US-Superstar Katie Ledecky und die junge Australierin Ariarne Titmus zu beweisen. Zudem dürften ihr wie schon bei der EM 2018 die Italienerin Simona Quadarella und Ajna Kesely aus Ungarn Konkurrenz machen.

"Ich bin fest davon überzeugt, dass wir hier in Gwangju deutsche Beckenschwimmer sehen werden, die sich sowohl in die Finalränge schwimmen als auch auf den Medaillenplätzen wiederfinden werden", meint DSV-Sportdirektor Thomas Kurschilgen optimistisch. Kandidaten dafür sind neben Wellbrock und Köhler auch Lagenschwimmer Philip Heintz, die amtierende Vize-Weltmeisterin über die 200m Schmetterling Franziska Hentke oder auch der sich in aufsteigender Form präsentierende Marco Koch.

Der 2015er Weltmeister selbst sieht sich allerdings weniger als Medaillenanwärter, wie er vor der WM mehrfach erklärte. Für Koch, der sich in Gwangju Selbstbewusstsein fürs Olympiajahr holen will, geht der Blick eher auf seine Bestzeit über die Paradestrecke 200m Brust. Mit dem Deutschen Rekord von 2:07,47 Minuten holte er 2014 den EM-Titel im eigenen Land. Eine solche Zeit wird es auch brauchen, um im Finale vorn mitzumischen. Vor einem Monat zeigte Koch mit seiner ersten 2:07er-Leistung seit drei Jahren, dass man ihn noch lange nicht abschreiben sollte.

Ein Rückrat des Teams sollen im Pool von Gwangju die Staffeln werden. Allein zwölf Athleten wurden allein für diese mit zur WM genommen. Aus gutem Grund: Für die deutschen Quartette geht es in erster Linie darum, sich mit einer Top 12 Platzierung für die Olympischen Spiele 2020 zu qualifizieren. Die Finals sollten in den meisten Staffelevents ebenfalls drin sein. Angesichts der Konkurrenz aus den USA, Australien, Großbritannien, China oder auch Japan dürfte es zwar schwer werden, in den Kampf um die Medaillen einzugreifen, doch Staffeln haben bekanntlich ihre eigenen Gesetze.

"Unser primäres Ziel im deutschen Schwimmen, dem Abwärtstrend von 2013 entgegenzutreten, haben wir bereits zum jetzigen Zeitpunkt erfüllt", meint Thomas Kurschilgen mit Blick auf die Resultate der Freiwasserschwimmer. Die Pool-Athleten können also in den kommenden Tagen ohne Druck ins Becken springen, um für sich selbst zu schauen, wie weit sie auf dem Weg nach Tokio 2020 bereits vorangekommen sind.

Die Links zur Schwimm-WM 2019 

WM-Bilder: Alibek Käsler / swimsportnews