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Die swimsportnews-Berichterstattung zur Schwimm-WM 2019 wird präsentiert von Smit Sport 

(14.07.2019) Keine Medaille und dennoch war der Jubel beim deutschen Team groß: Sowohl Finnia Wunram als auch Leonie Beck gelang es bei den Weltmeisterschaften in Südkorea im Rennen über die 10km unter den Top Ten zu landen und sich damit direkt für die Olympischen Spiele 2020 zu qualifizieren.

Bereits vor Beginn dieses 10km-Events im Hafen der Küstenstadt Yeosu war klar: Es geht zwar um die Medaillen, doch noch intensiver dürfte der Kampf um die begehrten Olympiastartplätze werden. Nur die besten Zehn der insgesamt mehr als 60 Schwimmerinnen konnten sich direkt für Tokio qualifizieren. Dass dies am Ende beiden Deutschen gelang, war nicht nur Glück im äußerst engen Positionskampf zum Ende des Rennens sondern über die Renndauer von fast zwei Stunden hart erarbeitet.

Nahezu über die gesamte Distanz hielten sich Wunram und Beck in der Spitzengruppe auf. Die Magdeburgerin Finnia Wunram, die bereits mit 19 Jahren ihre erste WM-Medaille holte, lag sogar lange Zeit auf Kurs in Richtung Podest. Doch auf den letzten anderthalb Kilometern verschärfte sich der Positionskampf. Bis wenige hundert Meter vor dem Ziel sah alles nach dem dritten WM-Titel in Folge für die Französin Aurelie Muller aus, doch dann zog das Tempo an.

Mehr als ein Dutzend Athletinnen sprinteten letztlich im Pulk auf das Zieltor zu. In dem packenden Finish mussten die beiden deutschen Damen vollen Körpereinsatz zeigen und hatten zudem das Glück auf ihrer Seite: Wunram schlug nach 1:54:50,7 Stunden als Achte an der Zielmatte an, ihre Würzburger Nationalteamkollegin Beck (1:54:51,0) wurde direkt dahinter Neunte. Damit retten sich die deutschen Schwimmerinnen mit gerade einmal 0,5 bzw. 0,2 Sekunden vor dem undankbaren elften Rang ins Ziel. Die ersten 13 Schwimmerinnen trennten am Ende weniger als fünf Sekunden.

Wunram und Beck erzielten so im Kampf um die Olympiatickets das erhoffte Maximalziel: Zwei Schwimmerinnen unter den Top Ten. Nur so war es überhaupt möglich, zwei Tickets für Tokio zu buchen. Wäre es nur einer von beiden gelungen, unter den besten Zehn zu landen, hätte dies die Tür für jede weitere deutsche Open Water Schwimmerin geschlossen. Beim Olympia-Qualifikationsrennen im japanischen Fukuoka werden zwar im kommenden Jahr noch einmal 15 Tickets nach Tokio vergeben. Diese gehen jedoch ausschließlich an Schwimmer von Nationen, aus den sich bei der WM in Südkorea noch kein Athlet für Olympia qualifizieren konnte. 

Neue Überraschungsweltmeisterin wurde die Chinesin Xin Xin. Sie hatte über weite Teile des Rennens um den 30. Platz herum gelegen und konnte sich erst auf den letzten beiden Kilometern Stück für Stück nach vorn arbeiten. Am Ende zeigte sie die größten Sprintqualitäten und sicherte sich nach 1:54:47,2 Stunden den Titel vor der US-Amerikanerin Haley Anderson und Rachele Bruni aus Italien. Bitter lief das Rennende hingegen für die Titelverteidigerin: Aurelie Muller musste sich nicht nur im Kampf um die Medaillen geschlagen geben, sondern landete am Ende auch außerhalb der Top Ten und verpasste damit die Olympia-Qualifikation. Da ihre Teamkollegin Lara Grangeon auf einem (unglücklichen) vierten Platz kam, hat Muller keine Chance mehr, in Tokio dabei zu sein.

Die Freiwasserschwimmer legen nun einen Pausentag ein. Am Dienstag steht dann um 1 Uhr deutscher Zeit das 10km-Rennen der Herren auf dem Programm. Hier wollen sich Florian Wellbrock und Rob Muffels für den Zug nach Tokio ein paar Plätze neben ihrer Magdeburger Teamkollegin Finnia Wunram sichern.

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