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(08.06.2019) Mit seinen bereits 39 Jahren durchschwimmt der Brasilianer Nicholas Santos derzeit den zweiten (oder dritten) Frühling seiner Karriere. Über seine Paradestrecke 50m Schmetterling liegt er in 22,60 Sekunden derzeit an der Spitze der Weltrangliste.

Zum brasilianischen Team für die Weltmeisterschaften 2019 sollte er dennoch nicht gehören. Der Grund: Der Verband hatte sich bei der Auswahl der Athleten auf die  Olympischen Strecken beschränkt. Die 50m Schmetterling gehören hier nicht mit dazu. Das Vorgehen ist bei vielen Nationen üblich, auch der Deutsche Schwimm-Verband berückssichtigt seit mehreren Jahren nur noch die olympischen Strecken für die Qualifikationen zu den Saisonhöhepunkten.

Nun sieht es aber doch wieder so aus, als würde Santos bei der WM starten. Wie der brasilianische Verband mitteilte, habe man einer Nachricht von FINA-Direktor Cornel Marculescu erhalten. Darin bittet der Boss des Weltverbands eindringlich, Santos doch bitte noch für die WM zu nominieren und begründet dies unter anderem mit dessen Leistungen auf der neuen hauseigenen Champions Swim Series. Dort hatte der Brasilianer bei allen drei Meetings die 50m Schmetterling gewonnen. Daher stelle die FINA ihm eine persönliche Einladung zur WM aus.

Der sanfte aber bestimmte Druck des Weltverbandes zeigt Wirkung. Brasiliens Verband erklärte am Freitag, man wolle Santos für einen WM-Start über die 50m Schmetterling berücksichtigen. Entscheidend war dabei wohl, dass die FINA alle Kosten für den Sportler übernehmen werde, da Brasiliens Verband derzeit mit knappen Kassen zu kämpfen hat.