Medisports Network

(16.05.2019) Weniger als vier Monate nach der schockierenden Hodenkrebsdiagnose und der anschließenden erfolgreichen operativen Behandlung steigt der US-Amerikanische Schwimmstar Nathan Adrian am Wochenende wieder auf den Startblock. Der Olympiasieger wird beim heute beginnenden Pro Swim Meeting in Bloomington sein Comeback geben.

Auf dem Programm stehen für 30-Jährigen die 50 und 100m Freistil. Wichtiger als Zeiten und Platzierungen ist für Adrian dabei aber einfach das Gefühl, wieder ins Wettkampbecken springen zu können.

Der Weg zurück in den Pool war zwar vergleichsweise schnell, doch nicht einfach für Adrian. "Mein Körper fühlte sich geschwächt, aufgebläht und schrecklich an", erklärte der US-Star vor wenigen Tagen bei unseren US-Collegen von Swimming World. Teil seiner Therapie war auch eine strikte Diät, durch die er am Tag nur etwa 20 Gramm Fett zu sich nehmen konnte und so von einem permanenten Hungergefühl geplagt war.

Die Erleichterung war groß, als er schon wenige Wochen nach seiner Operation wieder ins Trainingsbecken springen konnte. Keine harten Einheiten, nur um die drei Kilometer standen auf dem Plan. Das Ziel bestand zunächst nur darin, das Gefühl für das Wasser zu behalten bzw. wieder zu erlangen. "Durch all das, was Geschehen ist, werden auch die kleinen Dinge einfach emotional viel wichtiger. Der Grund dafür ist sicher, dass mir das (Schwimmen) beinahe weggenommen worden wäre", so Adrian. "Es bedeutet jetzt einfach so viel mehr."

Denn der Krebs kann jederzeit wiederkommen. Sollten sich in seinen Bluttests Auffälligkeiten zeigen, müsste er sich womöglich einer Chemotherapie unterziehen. An Leistungssport wäre dann nicht zu denken. Dessen ist sich Adrian voll bewusst und geht daher einen Schritt nach dem anderen. Der Wettkampf am Wochenende soll zunächst nur eine erste kleine Standortbestimmung sein. Die Weltmeisterschaften im Sommer im Sommer - obwohl sie bereits in zwei Monaten im Kalender stehen - sind ein Fernziel. Für die WM in Südkorea hatte er sich bereits im zurückliegenden Jahr qualifiziert. Ob er nun tatsächlich starten kann, steht in den Sternen. Die notwendige Motivation bringt er trotz seines Schicksalsschlags in jedem Fall mit.