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(29.07.2011) Am sechsten Final-Tag der Schwimm-WM in Shanghai hat sich der erst 19-Jährige Christian vom Lehn über die 200m Brust die Bronzemedaille geholt und damit für die erste Überraschung durch das DSV-Teams gesorgt. Nur Titelverteidiger Daniel Gyurta und Olympiasieger Kosuke Kitajima waren schneller. Die 4x200m Freistilstaffel des DSV verpasste als Vierter eine Medaille. US-Star Ryan Lochte holte sich hier seine vierte Goldmedaille der Titelkämpfe.

 

Das war schon eine kleine Sensation: Der 19-Jährige Christian vom Lehn hat sich im ersten WM-Finale seiner noch jungen Karriere über die 200m Brust in 2:09,06 Minuten die Bronzemedaille geholt.  . “Ich glaub es noch nicht ganz. Ich bin überglücklich. Einfach nur geil”, freute er sich sichtlich außer Atem nach dem Rennen. Dabei musste sich der Junioren-Europameister nur dem Titelverteidiger Daniel Gyurta aus Ungarn (2:08,41) und  Olympiasieger Kosuke Kitajima geschlagen geben. Der Japaner hatte lange Zeit geführt, musste sich auf der letzten Bahn jedoch um 22 Hundertstel von Gyurta abfangen lassen. Fast hätte sich auch vom Lehn, der in 33,36 Sekunden die mit Abstand schnellsten letzten 50m hatte, noch Kitajima geschnappt. “Dass ich am Ende nicht an den Ersten oder Zweiten herangekommen bin, ist schade, aber die Namen sind noch zu groß”, so der Wuppertaler.

Freistil-Staffel schwimmt am Podium vorbei

Das deutsche Quartett über die 4x200m Freistil hingegen verfehlte eine Medaille und schwamm auf den vierten Platz.  Gold ging erwartungsgemäß an die USA in 7:02,67 Minuten vor Frankreich (7:04,81) und China (7:05,67). Lange sah es so aus, als könnte das deutsche Team um die Medaillen mitschwimmen. Paul Biedermann hatte das DSV-Team in 1:45,20 Minuten mit der schnellsten Startschwimmer-Zeit auf die Reise gebracht und hier im direkten Duell Michael Phelps 32 Hundertstel hinter sich gelassen. Tim Wallburger hielt das Team weiterhin auf Medaillenkurs. Christoph Fildebrandt musste zwar das Team aus China vorbeiziehen lassen, blieb aber dran. Im Duell der Schlussschwimmer musste sich Benjamin Starke dann endgültig Sun Yang geschlagen geben, der vor der WM die Weltjahresbestzeit über die 200m Freistil gehalten hatte. Am Ende lagen die Chinesen mehr als 2,5 Sekunden vor dem deutschen Team, bei dem sich keiner der Athleten einen Vorwurf machen lassen muss. “Wir waren deutlich schneller als bei der EM in Budapest”, sagte Biedermann, “wenn wir weiter daran feilen, haben wir bei Olympia beste Chancen.”

Lochte holt sich Goldmedaille drei und vier

Olympiasieger Ryan Lochte, der als Schlussschwimmer der US-Staffel Gold nach Hause schwamm, holte sich damit bereits seinen vierten Titel in Shanghai. Zuvor hatte er bereits die 200m Rücken in 1:52,96 Minuten für sich entschieden. Damit schwamm er mit Abstand die schnellste Zeit, die je ein Athlet ohne Unterstützung eines Hightech-Anzuges schwimmen konnte. Silber ging in 1:54,11 Minuten an den Japaner Ryosuke Irie. Auf Platz drei kam Lochtes Landsmann Tyler Clary in 1:54,69 Minuten.

Ottesen und Herasimenia folgen auf Britta Steffen

In Abwesenheit von Titelverteidigerin Britta Steffen, die bereits aus Shanghai abgereist ist, holten sich überraschend die Dänin Jeanette Ottesen und Aliaksandra Herasimenia aus Weißrussland in 53,45 Sekunden zeitgleich Gold über die 100m Freistil. Für die niederländische Sprint-Queen Ranomi Kromowidjojo blieb in 53,66 Sekunden nur Bronze.

Rebecca Soni hat sich wie schon über die halbe Distanz erwartungsgemäß auch den Sieg über die 200m Brust geholt.  Einsam vor dem Feld hinweg schwimmend war die US-Amerikanerin in 2:21,47 Minuten um 7,5 Zehntel schneller als die Russin Anastasia Zueva. Bronze ging an Martha McCabe aus Kanada in 2:24,81 Minuten.

Starke und Deibler scheitern im Halbfinale

Im Halbfinale über die 100m Schmetterling verfehlte Benjamin Starke in 52,18 Sekunden als Neunter den Finaleinzug. Für Steffen Deibler war in 52,55 Sekunden als 15. Schluss. Die schnellste Zeit schwamm US-Star Michael Phelps in 51,47 Sekunden.

Halbfinals: Alshammar, Cielo und Franklin am schnellsten

In den weiteren Halbfinals schwamm über die 50m Schmetterling Top-Favoritin Therese Alshammar aus Schweden erwartungsgemäß in 25,52 Sekunden als Schnellste in den Endlauf. Über die 50m Freistil schwamm in den Semifinals der Brasilianer Bruno Fratus in 21,76 Sekunden die schnellste Zeit und blieb drei Hundertstel vor seinem Landsmann Cesar Cielo, der allerdings mit einem recht gemächlichen Anschlag ins Ziel kam und morgen der Favorit im Finale sein dürfte. US-Girl Melissa Franklin kam über die 200m Rücken in starken 2:05,90 Minuten als Schnellste ins Finale.

USA setzen sich im Medaillenspiegel ab

Im Medaillenspiegel konnten sich die USA heute etwas absetzen und liegen nach 27 Entscheidungen nun mit neun Goldmedaillen und insgesamt 18 mal Edelmetall auf Platz eins. Die Gastgeber aus China folgen mit vier Gold-, einer Silber- und sieben Bronzemedaillen. Das deutsche Team hat durch den dritten Platz von Christian vom Lehn das vierte Mal Bronze auf dem Konto und liegt mangels Siegen und zweiten Plätzen nur an 17. Stelle.

Medaillenspiegel nach 27 von 40 Entscheidungen:

    Gold Silber Bronze Ges.
1 USA 9 4 5 18
2 China 4 1 7 12
3 Australien 2 6 1 9
4 Frankreich 2 2 3 7
5 Italien 2 2   4
6 Brasilien 2     2
7 Dänemark 2     2
8 Russland 1 2   3
9 Ungarn 1   2 3
10 Niederlande 1   1 2
12 Südkorea 1     1
  Norwegen 1     1
  Weißrussland 1     1
14 Japan   4 1 5
15 Kanada   2 1 3
16 Großbritannien   2   2
17 Deutschland     4 4
18 Südafrika     2 2