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(08.12.2018) Der außerordentliche DSV-Verbandstag am Samstag sollte eine wichtige Weichenstellung für die Zukunft des Deutschen Schwimm-Verbandes werden. Doch das vom Präsidium um Gabi Dörries angestrebte Finanzkonzept wurde direkt aufs Abstellgleis geschoben. Die DSV-Präsidentin zog noch vor Ort die Konsequenzen und trat zur Überraschung vieler Delegierter von ihrem Amt zurück.

Erst vor fast genau zwei Jahren hatte Gabi Dörries den Posten als DSV-Präsidentin übernommen mit dem Ziel, den Deutschen Schwimm-Verband fit zu machen für die Zukunft. Neben frischen Ansätzen im Marketing und einer modernen Verbandsstruktur gehörte auch ein neues Finanzkonzept zum Plan von Dörries und ihrem Team. Am Samstag sollte dies beim Verbandstag in Bonn von der DSV-Basis abgesegnet werden.

Um den Verband stärker mit Eigenmitteln auszustatten, sollte dazu auch eine Erhöhung des Pro-Kopf-Mitgliedsbeitrages um 60 Cent pro Jahr gehören, über die beim Verbandstag eigentlich die Abstimmung auf dem Programm stand. Doch soweit kam es nicht. Noch bevor die Delegierten ihr Votum zur Beitragserhöhung abgeben konnten, stimmten sie für einen Antrag des Badischen Schwimmverbandes, der eine Vertagung der Entscheidung über einen neuen Beitrag auf einen späteren Zeitpunkt vorsieht.

Somit war das Finanzkonzept von Dörries bereits abgeschmettert, bevor es überhaupt zur Diskussion stand. Für die Unternehmerin aus Norddeutschland ein herber Rückschlag. "Durch die heutigen Beschlüsse sehe ich keine Basis für eine weitere Arbeit in dieser Position", erklärte sie noch vor Ort und trat von ihrem Amt zurück.

Neben Dörries stellte auch die Vize-Präsidentin für den Bereich Finanzen, Andrea Thielenhaus, ihr Amt mit sofortiger Wirkung zur Verfügung. Die Vize-Präsidenten für Verbandsentwicklung sowie Recht, Wolfgang Hein und Uwe Brinkmann machen hingegen weiter und wurden vom Verbandstag in ihren Posten bestätigt. Das Gesamtpräsidium wird dann im Mai zur Wahl stehen.

Ganz ohne Wirkung werden die beiden Jahre der kurzen Präsidentschaft von Dörries dennoch nicht bleiben. Die von ihrem Präsidium angestrebte Verbandsreform mit einer neuen Satzung und moderneren Struktur des DSV fand bei den Delegierten in Bonn in weiten Teilen eine Mehrheit.  Weitere Details hierzu folgen, sobald die offiziellen Protokolle des Verbandstags zur Verfügung stehen.