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(22.04.2018) Der Weltrekorhalter und Weltmeister Marco Koch hat bei den German Open in Berlin die erhoffte Qualifikation für die Schwimm-Europameisterschaften 2018 verpasst. Über seine Paradestrecke 200m Brust schlug er am Sonntag in 2:10,05 Minuten um 1,85 Sekunden über der vom Deutschen Schwimm-Verband geforderten Zeit an.

Koch selbst hatte am Rande des Wettkampfes erklärt, derzeit im Training so stark zu sein wie nie zuvor und so zum Beispiel die beste Laktatverträglichkeit seines Lebens zu zeigen. Probleme würde jedoch die unmittelbare Wettkampfvorbereitung, das Tapern, bereiten. Hier tappt er wohl gerade etwas im Dunkeln darüber, wann und wie genau die Intensitäten heruntergefahren werden müssen, damit im Wettkampf die optimalen Resultate herausspringen.

Seit Jahresbeginn konnte Koch zweimal unter der Marke von 2:10 Minuten bleiben. Im Januar hatte er bei Meetings in Antwerpen und Luxemburg Zeiten von 2:09,74 und 2:09,49 Minuten ins Wasser gebracht. Die heutige Zeit war seine drittbeste Saisonleistung. Die Norm von 2:08,20 Minuten ist selbst für ihn eine echte Hausmarke. 

Für den Weltmeister von 2015 und Vize-Weltmeister von 2013 wird es nun eng, die offiziellen Nominierungsvoraussetzungen für die EM 2018 zu erfüllen. In der kommenden Woche bieten die Süddeutschen Meisterschaften in Dresden eine letzte kleine Chance. Sollte das nicht klappen, wäre Koch auf das Wohlwollen des Verbandes angewiesen. 

Chef-Bundestrainer Henning Lambertz hatte sich vor Beginn der heutigen Finals dafür bereits indirekt ein Türchen aufgemacht, indem er sagte, es wäre hilfreich, wenn Koch "an die 2:08 heranschwimmt". In den Nominierungskriterien heißt es zudem: "Nominierungen im Interesse eines erfolgreichen Abschneidens des Verbandes bei der jeweiligen Meisterschaft können dem Nominierungsausschuss auch bei Nichterreichen der jeweiligen sportlichen Nominierungsanforderungen für einzelne Athleten durch den Chefbundestrainer vorgeschlagen werden, wenn ihre Leistungsentwicklung in den letzten Monaten besonders herausragend war und/oder eine sehr positive perspektivische Entwicklung in der Absicherung der Verbandszielstellung anzunehmen ist." Ob dies auf Koch zutrifft, entscheidet der DSV-Nominierungsausschuss - sollte er die Norm nicht doch noch aus dem Hut zaubern.

Die Resultate der weiteren Finals am heutigen Tag der German Open findet ihr in Kürze auf www.swimsportnews.de