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(15.05.2012) Bei den zurückliegenden Deutschen Meisterschaften konnten 14 Athleten bereits ihr Ticket für die Olympischen Spiele in London sichern. Trotz entschärfter Normen lieferten zahlreiche Athleten internationale Spitzenleistungen ab, allen voran Rückenspezialist Jan-Philip Glania. Auch für die bisher glücklosen DSV-Athleten ist der Zug nach London noch nicht abgefahren. In der kommenden Woche bekommen sie in Ungarn eine zweite Chance.

 

 

“Ich ziehe nach den Meisterschaften ein positives Fazit. Viele haben schon die Norm geschafft. Das war unser Hauptziel”, erklärte DSV-Sportdirektor Lutz Buschkow. Bisher stehen 14 deutsche Athleten fest, die bei den Olympischen Spielen über Einzelstrecken starten dürfen. Ihnen ist es gelungen, bei den Deutschen Meisterschaften die geforderten Normzeiten im Finale zu knacken. Diese wurden vom Verband diesmal bewusst etwas lockerer angesetzt als in den zurückliegenden Jahren. “Wir wollen vermeiden, dass die Deutschen Meisterschaften schon der Saisonhöhepunkt sind und danach keine Luft nach oben mehr ist”, hatte Buschkow das Umschwenken erklärt.

Die bisherigen Normerfüller:

Herren:
Yannick Lebherz: 400m Lagen, 200m Rücken
Paul Biedermann: 200m Freistil, 400m Freistil
Clemens Rapp: 200m Freistil
Marco Koch: 200m Brust
Christian vom Lehn: 200m Brust
Jan-Philip Glania: 200m Rücken
Markus Deibler: 200m Lagen
Philip Heintz: 200m Lagen
Benjamin Starke: 100m Schmetterling
Steffen Deibler: 100m Schmetterling

Damen:
Jenny Mensing: 100, 200m Rücken
Britta Steffen: 50, 100m Freistil
Daniela Schreiber: 100m Freistil
Caroline Ruhnau: 100m Brust

Tatsächlich waren die DSV-Schwimmer im vergangenen Jahr nach den Meisterschaften in Berlin im internationalen Vergleich sehr weit vor platziert, konnten dies bei den folgenden Weltmeisterschaften jedoch nicht bestätigen. Im Anschluss an die nationalen Titelkämpfe waren im Jahr 2011 insgesamt 23 mal deutsche Namen in den Top Ten der Weltranglisten zu lesen. Bei den Weltmeisterschaften stand jedoch mit lediglich fünf Bronzemedaillen eine magere Ausbeute zu Buche. In diesem Jahr finden sich lediglich 13 mal DSV-Athleten unter den besten Zehn der Welt. Der DSV-Logik folgend sollte also noch Luft nach oben sein.

Glania sorgt für Highlight in Berlin

Dass die entschärfte Qualifikation im internationalen Vergleich nicht zwangsweise zu langsameren Zeiten führen muss, stellte vor allem Jan-Philip Glania unter Beweis. Der Frankfurter sorgte mit seinem Deutschen Rekord über die 200m Rücken in 1:55,87 Minuten für das Highlight der Titelkämpfe. Damit schwamm er die bisher zweitschnellste Zeit des Jahres weltweit. Zudem liegt er über die 100m Rücken auf Platz vier der Weltrangliste. Auch Marco Koch (200m Brust), Markus Deibler (200m Lagen), Benjamin Starke (100m Schmetterling) und Britta Steffen (100m Freistil) rangieren unter den weltweiten Top Five.

Knapp daneben ist noch nicht vorbei

Bei den in der kommenden Woche beginnenden Europameisterschaften haben auch die Schwimmer, die bisher noch nicht glänzen konnten oder knapp scheiterten, die Chance sich ins Rampenlicht und zu Olympia zu schwimmen. Sarah Poewe, Helge Meeuw oder auch Theresa Michalak schwammen nur denkbar knapp an den Normzeiten vorbei. Vize-Europameisterin Silke Lippok war es im Vorlauf über die 200m Freistil sogar gelungen, die Olympianorm zu knacken, doch die 18-Jährige schaffte es nicht dies im Finale zu bestätigen. Daher ist auch sie laut DSV noch nicht sicher in London mit dabei. Spannend könnte es auch bei den Damen über die 100m Schmetterling werden. Hier empfahl sich Alexandra Wenk als Deutsche Meisterin für die Lagenstaffel, doch auch Sina Sutter darf hoffen. “Wir werden abwarten, was in Debrecen gezeigt wird und letztlich müssen wir ja auch unsere Staffeln absichern”, so Lutz Buschkow. Hoffen dürfen so zum Beispiel auch Marco di Carli, der in Berlin mit gesundheitlichen Problemen zu kämpfen hatte und der zuletzt verletzte Hendrik Feldwehr.

Hier eine Auswahl an Schwimmern, die sich in Debrecen noch für eine Einzelstrecke qualifizieren könnten:

    DM-Zeit Norm
Silke Lippok 200m Freistil 01:57,61

1:57,83

Sarah Poewe 100m Brust 01:07,90 01:07,87
Helge Meeuw 100m Rücken 00:53,93 00:53,87
       
Theresa Michalak 200m Lagen 02:12,49 02:12,37
Franziska Hentke 200m Schmetterling 02:09,32 02:07,94
Dorothea Brandt 50m Freistil 0:25,20* 00:25,11
Alexandra Wenk 100m Schmetterling 00:58,59 00:58,20
Sina Sutter 100m Schmetterling 00:58,70 00:58,20
Jan Wolfgarten 1500m Freistil 15:18,46 15:05,27
Sören Meißner 1500m Freistil 15:18,39 15:05,27
Marco di Carli 100m Freistil 0:49,24 0:48,49

*Saisonbestleistung, aufgestellt bereits im März
Alexandra Wenk hatte sich über die 100m Schmetterling nicht für die EM qualifiziert (eigentlich Voraussetzung um bei der EM die Möglichkeit auf das Olympiaticket zu erhalten) wird jedoch über diese Distanz bei der EM an den Start gehen.