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(31.07.2013) Und nun kommt auch noch Pech hinzu: Franziska Hentke und Markus Deibler sind bei der Schwimm-WM in Barcelona heute jeweils auf Platz neun geschwommen und damit nur knapp am Einzug in die WM-Finals gescheitert. Besonders bitter lief es für Franziska Hentke: Ihr fehlte nur eine Hundertstelsekunde. In den Finals bestimmten die Athleten aus Südafrika das Geschehen. Sie machten einen Sprung auf Platz zwei des Medaillenspiegels.


Es war ein bitterer Abend für die deutschen Schwimmer bei den Weltmeisterschaften in Barcelona. Sowohl Franziska Hentke als auch Markus Deibler lieferten in den Halbfinals des heutigen Tages starke Rennen ab, verpassten den Einzug in den Endlauf jedoch jeweils als Neunter denkbar knapp.

Besonders unglücklich lief es für Franziska Hentke im Halbfinale über die 200m Schmetterling. In einem beherzten Rennen schwamm sie in 2:07,87 Minuten zwar eine neue persönliche Bestzeit. Damit schrammte die Magdeburgerin jedoch denkbar knapp um eine Hundertstelsekunde am Einzug ins WM-Finale vorbei. Hentkes alte Bestzeit von 2:08,00 Minuten datierte noch auf das Jahr 2009 in die Ära der Hightech-Anzüge zurück. Die Spanierin Mireia Belmonte sorgte in 2:06,53 Minuten für die schnellste Zeit des Halbfinals.

Neunter Platz auch für Markus Deibler

Ähnlich unglücklich lief es auch für Markus Deibler. Er kam über seine Paradestrecke 200m Lagen in 1:58,53 Minuten ebenfalls auf den neunten Rang. Damit verbesserte er zwar seine Vorlaufzeit um 2,3 Zehntel. Für einen Platz im Finale, den Deibler bei den Olympischen Spielen in London erreicht hatte, reichte dies jedoch nicht. Dazu hätte eine Zeit von 1:58,17 Minuten unterboten werden müssen.

Südafrikas Stars dominieren in Barcelona

In den Finals des heutigen Tages gaben die Schwimmer aus Südafrika den Ton an. Sie sicherten sich zwei WM-Titel und eine Bronzemedaille. Den Anfang machte dabei Olympiasieger Chad le Clos. Er trat die Nachfolge von Michael Phelps als Weltmeister über die 200m Schmetterling an. In 1:54,32 Minuten holte sich le Clos souverän den WM-Titel. Pawel Korzeniowski aus Polen schwamm in 1:55,01 Minuten auf den zweiten Platz und verwies dabei den chinesischen Vize-Olympiasieger von 2008 Wu Peng um acht Hundertstel auf Platz zwei.

Ergebnis des Finals über die 200m Schmetterling der Herren bei der Schwimm-WM 2013:

Platz Schwimmer Land Zeit
1 Chad le Clos Südafrika 01:54,32
2 Pawel Korzeniowski Polen 01:55,01
3 Wu Peng China 01:55,09
4 Chen Yin China 01:55,47
5 Tom Luchsinger USA 01:55,70
6 Nikolay Skvortsov Russland 01:56,02
7 Tyler Clary USA 01:56,34
8 Leoardo de Deus Brasilien 01:56,44

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Van der Burgh schwimmt mit Textil-Weltrekord zum WM-Titel

Nur wenig später konnte Cameron van der Burgh nachlegen und sich den WM-Titel über die 50m Brust holen. In 26,77 Sekunden hielt er dabei den Australier Christian Sprenger nur um eine Hundertstel hinter sich. Damit verbesserte van der Burgh seinen im Vorlauf aufgestellten Textil-Weltrekord noch einmal um eine Hundertstelsekunde. Nie war ein Athlet über die 50m Brust ohne Unterstützung eines Hightech-Anzuges schneller gewesen. Bronze ging überraschend an van der Burghs Landsmann Giulio Zorzi in 27,04 Sekunden. Der Slowene Damir Dungonjic, der gestern noch den Europarekord von Hendrik Feldwehr eingestellt hatte, verpasste als Vierter die Medaillen um eine Hundertstelsekunde.

Ergebnis des Finals über die 50m Brust der Herren bei der Schwimm-WM 2013:

Platz Schwimmer Land Zeit
1 Cameron van der Burgh Südafrika 00:26,77
2 Christian Sprenger Australien 00:26,78
3 Giulio Zorzi Südafrika 00:27,04
4 Damir Dugonjic Slowenien 00:27,05
5 Joao Gomes Brasilien 00:27,20
6 Glenn Snyders Neuseeland 00:27,21
7 Johanes Skagius Schweden 00:27,48
8 Mattia Pesce Italien 00:27,53

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Missy Franklin überrascht Pellegrini und Muffat

Für eine kleine Überraschung sorgte US-Star Missy Franklin, die sich erstmals einen Titel über die 200m Freistil schnappen konnte. In 1:54,81 Minuten verwies sie die italienische Titelverteidigerin Federica Pellegrini, die wie gewohnt erst auf der letzten Bahn den Turbo anschmiss, deutlich um 3,3 Zehntel auf den zweiten Rang. Die sonst äußerst ehrgeizige Pellgrini zeigte sich jedoch zufrieden mit dem zweiten Platz. "Ich bin wirklich überrascht über die Silbermedaille und bin sehr zufrieden mit meinen Zeiten", so Pellegrini, die erstmals in diesem Jahr überhaupt über diese Strecke startete. Noch bis vor kurzem hatte sie ausgeschlossen in Barcelona über die 200m Freistil anzutreten. Erst kurz vor der WM entschied sie sich um.

Bronze ging in 1:55,72 Minuten an die sichtlich enttäuschte Französin Camille Muffat. Sie war vor der WM als großer Favorit auf Gold gehandelt worden. "In einigen Jahren werde ich mich sicher mit etwas mehr Freude an diese Medaille zurückerinnern", erklärte sie nach dem Rennen.

Ergebnis des Finals über die 200m Freistil der Damen bei der Schwimm-WM 2013:

Platz Schwimmerin Land Zeit
1 Missy Franklin USA 01:54,81
2 Federica Pellegrini Italien 01:55,14
3 Camille Muffat Frankreich 01:55,72
4 Sarah Sjöström Schweden 01:56,63
5 Melanie Costa Schmid Spanien 01:57,04
6 Kylie Palmer Australien 01:57,14
7 Shannon Vreeland USA 01:57,41
8 Charlotte Bonnet Frankreich 01:57,56

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Sun Yang über 800m Freistil unverwundbar

Im letzten Finale des Tages verteidigte Chinas Superstar Sun Yang mit einem souveränen Start-Ziel-Sieg seinen WM-Titel über die 800m Freistil. In 7:41,36 Minuten schlug er mit deutlichen 2,24 Minuten Vorsprung vor dem US-Newcomer Michael McBroom an. Die Bronzemedaille holte sich der Kanadier Ryan Cochrane in 7:43,70 Minuten.

Ergebnis des Finals über die 800m Freistil der Herren bei der Schwimm-WM 2013:

Platz Schwimmer Land Zeit
1 Sun Yang China 07:41,36
2 Michael McBroom USA 07:43,60
3 Ryan Cochrane Kanada 07:43,70
4 Connor Jaeger USA 07:44,26
5 Jordan Harrison Australien 07:47,26
6 Gregorio Paltrinieri Italien 07:50,29
7 Pal Joensen  Faröer 07:52,57
8 Oussama Mellouli Tunesien 07:52,79

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Adrian badet sich mit Halbfinalbestzeit in den Endlauf

Um fit zu sein für die 200m Freistil verzichtete Missy Franklin zuvor auf ihren Start im Halbfinale über die 50m Rücken. Die Chinesin Fu Yuanhui lieferte hier in 27,40 Sekunden die mit Abstand beste Zeit ab. Die Australierin Emily Seebohm, die gestern noch Vize-Weltmeisterin über die doppelte Distanz geworden war, schied hingegen in 28,29 Sekunden aus.

Über die 100m Freistil schwamm Olympiasieger Nathan Adrian in 47,95 Sekunden die schnellste Zeit und sah dabei aus, als hätte er sich noch einige Reserven für das morgige Finale aufgespart. Dort bekommt er es unter anderem mit Titelverteidiger James Magnussen aus Australien und dem russischen Kurzbahn-Weltmeister Vlad Morozov zu tun.

Südafrika klettert im Medaillenspiegel zehn Plätze nach oben

Im aktuellen Medaillenspiegel der Schwimm-WM 2013 machte Südafrika am heutigen Tag einen Sprung vom zwölften auf den zweiten Rang. Damit setzten sich die Schwimmer um Chad le Clos und Cameron van der Burgh vor Frankreich und China. Das US-Team liegt wie gewohnt unagefochten an der Spitze.

WM-Medaillenspiegel nach 17 von 40 Entscheidungen:

  Team Gold Silber Bronze Gesamt
1 USA 6 5 3 14
2 Südafrika 2 1 1 4
3 Frankreich 2 - 3 5
4 China 2 - 1 3
5 Australien 1 5 - 6
6 Brasilien 1 - 1 2
7 Schweden 1 - - 1
  Ungarn 1 - - 1
  Litauen 1 - - 1
10 Russland - 1 2 3
11  Spanien  - 1 1 2
  Japan - 1 1 2
 13 Dänemark - 1 - 1
  Polen - 1 - 1
  Italien - 1 - 1
 16 Neuseeland - - 2 2
17 Niederlande - - 1 1
  Kanada - - 1 1