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(24.03.2016) Nachdem die Tageszeitung "The Times" am Mittwoch über systematisches Doping in Russland berichtete, gerät heute China in den Blickpunkt des Blattes. Fünf verschleierte Dopingfälle soll es laut der Zeitung gegeben haben. Mittlerweile geben offizielle chinesische Stellen sogar zu: Es gab sechs bisher noch nicht veröffentlichte positive Tests in den vergangenen Monaten.

Gegenüber der Nachrichtenagentur "The Associated Press" erklärte Zhao Jian, stellvertretender Direktor der chinesischen Anti-Doping-Agentur CHINADA, es seien im August und September 2015 drei Athleten positiv auf Clenbuterol getestet worden.

Drei weitere Dopingfälle aus dem Januar 2016 werden derzeit noch untersucht. Laut Zhao Jian sollen alle Fälle entsprechend der WADA-Regularien veröffentlicht werden, sobald das Strafmaß ausgesprochen wurde. Dazu haben die nationalen Verbände jeweils 20 Tage Zeit.

Laut des am Donnerstag veröffentlichten Bericht der Times, wurden die Journalisten von Whistleblowern aus dem chinesischen Schwimmsport auf die Fälle aufmerksam gemacht. Im April stehen in China die nationalen Meisterschaften und die damit verbundene Olympiaqualifikation auf dem Plan.

Zudem berichtet das Blatt, der wegen schwerer Dopingverstöße in den späten 90ern lebenslang gesperrte Trainer Zhou Ming stünde mittlerweile wieder am Beckenrand. Hierzu wollten die chinesischen Offiziellen keinen Kommentar abgeben.

Das chinesische Sportsystem geriet in den vergangenen Jahren auch aufgrund von Dopingvorwürfen immer wieder in die Schlagzeilen. Zuletzt sorgte der Fall des positiv getesteten Olympiasiegers Sun Yang für Aufmerksamkeit. Der Ausdauerspezialist wurde im Mai 2014 positiv auf das Stimulanzmittel Trimetazidin getestet und für drei Monate gesperrt. Der Fall wurde erst im November, nachdem der chinesische Star-Schwimmer seine Strafe längst abgesessen hatte, bekannt.

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