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(24.06.09)  Heute beginnen die Deutschen Meisterschaften in Berlin. Auf Grund der harten Qualifikations-Normen für die Weltmeisterschaften in Rom ist die deutsche Schwimmspitze gefordert. Auf 12 Einzelstrecken und bei zwei Staffeln liegen die geforderten Zeiten unter den aktuellen nationalen Bestmarken. Auch die DSV-Spitze glaubt, dass sie für viele zu hart sein werden. Eine erneute Auflistung dieser Strecken finden Sie weiter unten.

“12 bis 15 Athleten”, die es nach Rom schaffen, prognostiziert Bundestrainer Dirk Lange auf der Pressekonferenz vor Beginn der Meisterschaften in Berlin. Bei insgesamt 34 Einzelstrecken und sechs Staffeln eine vergleichsweise kleine Mannschaft. Verständlich, wenn auf zahlreichen Strecken die Deutschen Rekorde langsamer sind als die WM-Pflichtzeiten, doch auch auf den anderen Strecken könnte in Rom kein DSV-Sportler antreten. So dürfte beispielsweise kaum damit zu rechnen sein, dass es eine der Sportlerinnen über die 400 Meter Lagen unter die Normzeit schafft, bei den Männern ist dies unter anderem über die 1500 Freistil der Fall. Ein Blick auf die Normzeiten und darauf, wer diese brechen will, zeigt, dass auf fast einem Dutzend Strecken keiner die Zeiten für Rom erreichen könnte. Verständlich also die Einschätzung Langes. “Wir haben die härtesten Nominierungskriterien der Welt”, erklärte der Bundestrainer bereits Anfang der Woche. “Wer sich da durchsetzt, wird weiteres Selbstvertrauen bekommen.” Der swimsportnews-Vergleich mit anderen Nationen bestätigt dies.
Für die Weltmeisterschaften hat Sportdirektor Lutz Buschkow ein Ziel ausgegeben: vier Medaillen. Mit Britta Steffen, Paul Biedermann und ein, zwei anderen ist es für den DSV gut möglich zumindest dies zu erreichen.

Zahlreiche Titelverteidiger nicht am Start

Auch Thomas Rupprath will es noch einmal wissen. Der 32-Jährige ist nach dem Deutschland-Rückkehrer Mitja Zastrow der älteste Starter bei den Deutschen Meisterschaften überhaupt. Dass er jedoch noch längst nicht zum alten Eisen zählt, stellte er mit Topzeiten bei einem Kurzbahn-Masters-Meeting vergangenen Monat unter Beweis. Er konzentriert sich jedoch auf die kurzen Sprintdistanzen und wird nicht über die 100 Meter Schmetterling antreten und somit seinen Titel nicht verteidigen. Auch über sieben weitere Strecken gehen die aktuellen Deutschen Meister nicht an den Start, darunter Sarah Poewe über 200 Meter Brust, Daniela Samulski über 100 Meter Schmetterling oder auch Annika Lurz, aktuelle Titelträgerin über 200 und 400 Freistil, die zur Zeit pausiert.

Trotz der hohen Normzeiten könnte es auch ganz anders kommen. Nachdem die FINA am Montag nahezu alle Hightech-Anzüge für legal erklärte, können die Teilnehmer der Deutschen Meisterschaften auf so gut wie jedes Material zurückgreifen. Wie sich dies auf die Leistungen, das Erreichen der Normzeiten oder auch auf die Namen der Titelträger auswirkt, werden die vier Tage in Berlin zeigen. Ungewöhnlich ist dabei der neue Zeitplan. Heute und morgen wird es sowohl Vormittags als auch im Abschnitt nach der Mittagspause sogut wie nur Vorläufe geben. Entscheidungen fallen an beiden Tagen nur auf den Lagenstrecken und über die langen Freistilstrecken und -staffeln. Dafür fallen am Wochenende die meisten Entscheidungen. Grund dafür ist die TV-Übertragung der öffentlich-rechtlichen Sender. Am Samstag überträgt das ZDF im Rahmen von SPORTextra um 14 Uhr, Sonntag die ARD ab 15.30 Uhr.

 
 

 

Hier nocheinmal die Liste der WM-Qualifikationszeiten, die schneller als die Deutschen Rekorde sind:

 

 

 

  • Männer:
    • 50 m Freistil
    • 100 m Freistil
    • 400 m Freistil
    • 100 m Schmetterling
    • 200 m Schmetterling
    • 100 m Brust
    • 200 m Brust
    • 200 m Lagen
    • 400 m Lagen
    • 4×100 m Freistil
    • 4×200 m Freistil
  • Frauen:
    • 50 m Schmetterling
    • 100 m Schmetterling
    • 200 m Rücken