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(28.06.09) Mit zwei Europarekorden und drei neuen deutschen Bestmarken sind heute die Deutschen Meisterschaften in Berlin zu Ende gegangen. Seit Mittwoch wurden insgesamt drei Mal Weltrekorde verbessert, ebensoviele kontinentale Bestmarken erzielt und zudem 13 Deutsche Rekorde gebrochen. Nach dem Qualifikationswettkampf geht es nun an das Aufstellen des deutschen Teams für die WM in Rom in vier Wochen. Unten finden Sie eine Liste der Sportler, welche die Normzeiten dafür unterboten haben.

 

Mit Weltrekorden bei den Deutschen Meisterschaften hätten wohl nur die wenigsten gerechnet. Für diese Highlights sorgten Daniela Samulski mit ihrer (offiziellen) Bestmarke über 50 Rücken in 27,61 Sekunden und Britta Steffen, die zunächst im Vorlauf über 100 Freistil in 52,85 Sekunden und am Samstag im Finale in 52,56 Sekunden neue Weltrekorde aufstellte. Samulski hatte bereits im Vorlauf im mittlerweile schon fast überholten LZR Racer von Speedo in 27,85 Sekunden für einen neuen Europarekord gesorgt. Doppel-Olympiasiegerin Steffen schwamm ihre Rekorde im nagelneuen adidas Hydrofoil, wusste jedoch durchaus kritisch die Rolle des Anzuges bei den Zeiten einzuschätzen. In solch einem Modell sorgte Helge Meeuw gleich für mehrere neue Eintragungen in die Deutschen Rekordbücher. Neben seiner Bestmarke über 100 Rücken in 53,08 Sekunden, lieferte er sich über die halbe Distanz geradezu eine Rekordschlacht mit Thomas Rupprath. Meeuw schraubte im Vorlauf zunächst die Bestmarke auf 24,74 Sekunden, Rupprath war im Lauf darauf eine Hundertstelsekunde schneller. Im Finale sorgte dann wiederum Meeuw in 24,64 Sekunden für einen neuen Rekord.

 

Ohne “neuartigen” Anzug konnte Paul Biedermann heute die 200 Meter Freistil mit neuer Europarekordzeit von 1:44,71 Minuten für sich entscheiden. Er trug dabei ein 2007er Modell des Arena R-Evolution und zählt bei den Weltmeisterschaften in Rom zu den Topfavoriten. Über die 100 Meter (48,39 Sekunden) und 400 Meter Freistil (3:46,67 Minuten) sorgte der Hallenser für neue Deutsche Rekorde.
Ein regelrechtes Rekordfeuerwek gab es auf den Bruststrecken, mit dem neuen Europarekord von Marco Koch in 2:08,33 Minuten heute als Knaller zum Abschluss. Er und Johannes Neumann unterboten dabei die Normzeit unerwartet deutlich. Der Riesaer Neumann kann sich über die kurze Brustdistanz neuer Deutscher Rekordhalter nennen. In 27,30 war er zeitgleich mit Hendrik Feldwehr, der über diese Strecke bereits im Vorlauf in 27,37 Sekunden eine neue nationale Bestmarke aufgestellt hatte. Alle drei, Neumann, Koch und Feldwehr blieben zudem im Herzschlagfinale über 100 Brust deutlich unter dem alten Rekord, mit dem besseren Ende für Hendrik Feldwehr in 0:59,45 Minuten. Sie trugen dabei die Jaked01-Anzüge, die beim Brustschwimmen durch die starke Unterstützung während der Gleitphasen besonders hilfreich sein sollen. Für weitere Deutsche Rekorde sorgten zudem Johannes Dietrich in 23,43 Sekunden auf den 50 Schmetterling sowie über die doppelte Strecke Benjamin Starke in 51,47 Sekunden und Annika Mehlorn in 58,45 Sekunden. Bereits am Mittwoch war Yannick Lebherz über 400 Lagen in 4:14,63 Minuten neuen Deutschen Rekord geschwommen.

Wer fährt mit nach Rom?

Lebherz könnte dabei trotz dreier Titel zum großen Verlierer der Deutschen Meisterschaften werden. Der Darmstätter entschied zwar die 200 Meter Rücken, 200 Lagen und 400 Lagen für sich, konnte jedoch auf keiner der Strecken die geforderte Normzeit unterbieten. Über die lange Lagendistanz schrammte er dabei nur sechs Zehntel an der Quali-Zeit vorbei. Hoffen kann er nun nur noch, dass der DSV ein Auge zudrückt, den Zuspruch von Paul Biedermann hat er zumindest: “Mit dieser starken Zeit muss der DSV Yannick auf jeden Fall mit zur WM nach Rom nehmen.”
Insgesamt blieben 16 Sportler, die den ersten oder zweiten Finalplatz belegten, unter den vom Deutschen Schwimmverband ausgegebenen Normzeiten. Hinzu dürften mindestens fünf weitere Staffel-Schwimmer kommen. Die Vorgaben des Verbandes für die Staffeln wurden dabei für die 4x100Meter Freistil der Männer und die 4×200 Meter Freistil der Frauen nicht erfüllt. Ob in Rom nun wirklich keine dieser an den Start gehen werden, bleibt abzuwarten. Die Nominierungsberatung darüber, wer es ins Team schafft, war für heute angesetzt. Die Ergebnisse dürften spätestens morgen veröffentlicht werden. Welche Strecken dann von den Mitfahrenden in Rom konkret geschwommen werden, kann sich zudem davon unterscheiden, wo wirklich die Normzeiten erreicht wurden. So dürfte zum Beispiel Annika Mehlhorn, die trotz Deutschen Rekordes über 100 Schmetterling die Qualifikationszeit nicht unterbieten konnte, darauf hoffen trotzdem im Einzel schwimmen zu können, da sie als Deutsche Meisterin über diese Strecke für die Lagenstaffel gesetzt sein sollte. Mit drei unterbotenen Normzeiten konnte Johannes Neumann zumindest unter diesem Gesichtspunkt die meisten Erfolge für sich verbuchen. Insgesamt wurden nur auf der Hälfte der Strecken die Normzeiten unterboten. Damit könnten 20 von 40 Strecken bei der WM unbesetzt bleiben.

Hier die Liste der Sportler die die Normzeiten unterboten haben:

Frauen:

Schwimmer

Strecke

Zeit

Daniela Samulski

50 Rücken

(4x100Fr)

(4x100Lg)

0:27,61

Kerstin Vogel

50 Brust

0:31,20

Britta Steffen

50 Freistil

100 Freistil

(4x100Fr)

(4x100Lg)

0:24,45

0:52,56

Sarah Poewe

100 Brust

(4x100Lg)

1:07,57

Caroline Ruhnau                

 

 

 

Isabelle Härle

100 Brust

 

 

 

1500 Fr

1:07,87

 

 

 

16:25,87

Daniela Schreiber

(4x100Fr)

 

Petra Dallmann

(4x100Fr)

 

Annika Mehlhorn

(4x100Lg)

 

Männer:

Schwimmer

Strecke

Zeit

Helge Meeuw

50 Rücken

100 Rücken

(4x100Lg)

0:24,64

0:53,08

Thomas Rupprath

50 Rücken

50 Schmetterling

0:24,99

0:23,50

Hendrik Feldwehr

50 Brust

100 Brust

(4x100Lg)

0:27,30

0:59,45

Johannes Neumann

50 Brust

100 Brust

200 Brust

0:27,30

0:59,63

2:09,87

Johannes Dietrich

50 Schmetterling

0:23,43

Benjamin Starke

100 Schmetterling

(4x100Lg)

0:51,47

Felix Wolf

200 Rücken

(4x200Fr)

1:58,03

Paul Biedermann

200 Freistil

(4x100Lg)

(4x200Fr)

1:44,71

Jan Wolfgarten

 

Marco Koch

800 Freistil

 

200Br

7:49,37

 

2:08,33

Clemens Rapp

(4x200Fr)

 

Steffen Deibler

(4x200Fr)