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(19.06.2022) Am siebten und letzten Wettkampftag bei der WM der Para Schwimmer auf Madeira gab es nochmals drei Medaillen für das deutsche Team. Insgesamt überzeugte die Mannschaft damit mit glänzenden 14 Medaillen auf der portugiesischen Insel. Für einen beeindruckenden Abschluss sorgte Tanja Scholz, die sich ihren dritten WM-Titel sicherte.

Bei ihrer ersten Weltmeisterschaft hat Tanja Scholz Großes vollbracht: Die 37 Jahre alte Schwimmerin aus Elmshorn startete bei fünf Wettkämpfen und gewann bei jedem einzelnen eine Medaille! Nach Gold auf den 50 und 100 Metern Freistil (S4) sowie Silber auf den 50 Meter Rücken und 150 Meter Lagen gab es am letzten Tag der WM auf Madeira nochmal abschließend Gold über die 200 Meter Freistil. Die Deutsche gewann all ihre Freistil-Rennen, schwamm in dieser Disziplin drei Mal souverän zu Gold.

Scholz stellte am Samstag im Vorlauf bereits einen WM-Rekord auf und schwamm die 200 Meter in 3:05,23 Minuten. Im Finale war sie allerdings nochmals mehr als zwölf Sekunden schneller und nach 2:53,02 Minuten im Ziel. Mehr als 17 Sekunden betrug der Vorsprung von Scholz auf die Brasilianerin Lidia Viera da Cruz, die Silber holte. „Ich habe im Finale einfach nochmal alles gegeben“, sagte die Elmshornerin, die sich bereits am Donnerstag nach ihrem Gold auf den 50 Metern Freistil auf das 200-Meter-Rennen gefreut hatte. „Ich liebe die 200 Meter. Ich mag den Kampf gegen mich selbst“, sagte die 37-Jährige. „Ich hatte eine schwere Zeit und auf den 200 Metern kann ich den ganzen Frust einfach rausschwimmen“, sagte Scholz, die seit einem Reitunfall vor zwei Jahren querschnittgelähmt ist und im Rollstuhl sitzt. „Ich bin so froh hier zu sein, in so einem tollen Team sein zu können. Ich wurde super aufgenommen. Am liebsten würde ich jetzt gerne die Zeit einfach stehen lassen. Wenn meine Kinder jetzt noch hier wären, wäre alles perfekt“, freute sich die Mutter dreier Kinder über ihre erste WM.

Seine zweite Weltmeisterschaft erlebte in diesen Tagen Josia Topf. Der Erlanger, der auf den 150 Meter Lagen (SM3) am Montag Silber holen konnte, ließ am letzten Wettkampftag noch eine Bronzemedaille auf den 100 Meter Freistil (S3) folgen. Topf schlug nach 1,46:00 Minuten im Ziel an – deutscher Rekord! Im Vergleich zum Vorlauf steigerte sich der 19-Jährige um fast fünfeinhalb Sekunden. Der Vorsprung auf Platz vier betrug mehr als neuneinhalb Sekunden. Die Analyse seines Vorlaufes mit dem Trainerteam sowie die Behandlung durch die Team-Physiotherapeutin Vanessa Göldner nannte der zweimalige Medaillengewinner als Hauptgründe für diese Steigerung. „Es war eine sehr erfolgreiche WM für mich, das hätte ich nicht erwartet“, sagte Topf. Er habe eher mit persönlichen Bestzeiten und Finaleinzügen gerechnet. „Aber jetzt mit zwei Medaillen heimzufahren, eine davon auch noch am letzten Wettkampftag, ist einfach phänomenal. Ich bin sehr, sehr froh und glücklich.“

Mit einer Medaille hatte Denise Grahl im Vorfeld der WM in Funchal ebenfalls nicht gerechnet. Doch die 28 Jahre alte Schwimmerin vom SC Empor Rostock 2000 holte gleich deren zwei. Der Bronzemedaille auf den 50 Metern Freistil (S7) ließ Grahl am letzten Wettkampftag noch einen weiteren dritten Platz auf den 100 Metern Freistil (S7) folgen. Im Finale schwamm Grahl eine Zeit von 1:13,69 Minuten, verbesserte sich im Vergleich zum Vorlauf um mehr als eine Sekunde. „Ich habe keine Ahnung, wo ich das noch herausgeholt habe“, sagte die Freistil-Spezialistin, deren Ziel für die 100 Meter nach eigener Aussage vom Vortag noch das reine Ankommen war. Grahl lieferte sich ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit der US-Amerikanerin Julia Gaffney um den dritten Platz und setzte sich dann mit einem Vorsprung von 17 Hundertsteln durch. Das klare Ziel für die 28-Jährige nach der für sie erfolgreichen WM: die Paralympics 2024 in Paris.

Taliso Engel, der Weltmeister auf den 100 Meter Brust (SB13), und Philip Hebmüller schafften es am letzten Wettkampftag beide ins Finale über die 200 Meter Lagen (SM13). Engel wurde in 2:15,98 Minuten Fünfter und steigerte sich im Vergleich zum Vorlauf um fast zwei Sekunden. Hebmüller, mit 15 Jahren der Jüngste im deutschen Team, wurde mit einer persönlichen Bestzeit von 2:23,53 Minuten Achter.

„Acht Monate nach den Spielen in Tokio schon wieder eine WM zu haben war eine große Herausforderung“, sagte Bundestrainerin Ute Schinkitz nach den Wettkämpfen von Madeira. Ihr Team habe diese aber „großartig gemeistert.“ Die Bundestrainerin freute es, dass es von den elf Athletinnen und Athleten in die Finals schaffen konnten. Dass Taliso Engel seinen WM-Titel verteidigen konnte freute Schinkitz, weil es aufgrund seiner Abiturprüfungen nicht immer einfach gewesen sei. „Wir sind sehr stolz und auch emotional berührt wegen Elena, dass sie hier am Start war und mit einer Silbermedaille glänzte“, sagte Schinkitz. „Es ist einfach unglaublich. Ich bin sehr, sehr stolz auf mein Team. Zum einen auf das Wasser und auf das Team hinter dem Team.“ Die Heimtrainer, die Klassifizierer sowie die Physiotherapeutin verdienten ein Extralob. „Wir freuen uns auf die Herausforderung in Manchester im nächsten Jahr“, sprach die Bundestrainerin die kommende WM 2023 an. Und fügte an: „Gefühlt ist übermorgen schon wieder Paris und die nächsten Paralympics stehen an. „Wenn alle so weiterarbeiten wie bisher, bin ich sicher, dass wir einen Großteil des Teams aus Madeira dort wiedersehen werden.“
 
Das deutsche Team hat bei der Weltmeisterschaft der Para Schwimmer auf der Insel Madeira insgesamt 14 Medaillen sammeln können: vier Mal Gold, sechs Mal Silber und vier Mal Bronze.

Bild: Henschelmedia / Text: DBS

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