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(15.12.2021) Am vergangenen Wochenende krönte sich der Niederländer Max Verstappen in Abu Dhabi zum Formel 1-Weltmeister. Im Publikum waren dabei unter anderem die US-amerikanische Olympiasiegerin über die 100m Brust Lydia Jacoby und die jamaikanische Weltrekordhalterin Alia Atkinson zu sehen. Denn nur unweit der Rennstrecke finden ab Donnerstag die Kurzbahn-Weltmeisterschaften im Schwimmen statt. Deutschland schickt ein 14-köpfiges Team bei den Titelkämpfen in den Vereinigten Arabischen Emiraten an den Start.

Unter ihnen ist unter anderem Florian Wellbrock. Der Magdeburger hat in Abu Dhabi die Chance, seinen Doppelerfolg aus Tokio, wo er sich Bronze über die 1500m im Becken und den Sieg im 10km-Freiwasser-Event sicherte, zu wiederholen. Kurz vor den Beckenwettbewerben macht nämlich zudem die Freiwasser Marathon Swim World Series am Hafen von Abu Dhabi Station, für welche Wellbrock ebenfalls gemeldet ist. Der Magdeburger hatte sich zuletzt in einem dreiwöchigen Höhentrainingslager in der Sierra Nevada auf die anstehenden Wettbewerbe vorbereitet. „Natürlich will man als Leistungssportler auf meinem Niveau hier noch einmal gewinnen, das wollen die anderen Jungs aber auch. Allerdings bin ich absolut fit und motiviert, werde hier als nichts verschenken.“ Konkurrenz bekommt Wellbrock unter anderem von seinem langjährigen Dauerrivalen Gregorio Paltrineri.

Das letzte Aufeinandertreffen der beiden über die 1500m bei der Kurzbahn-EM in Kazan konnte Wellbrock für sich entscheiden und blieb dabei nur knappe zwei Sekunden über dem Weltrekord des Italieners. Es wird spannend zu sehen, ob die Bestmarke zum Jahresabschluss vielleicht erneut ins Wanken gerät. Für einen Weltrekord gäbe es immerhin ein stolzes Preisgeld von 50.000 US-Dollar. Wellbrocks Fokus liege in Abu Dhabi aber vermehrt auf der Freiwasserstrecke, so Bundestrainer Bernd Berkhan. Dort sei sein Schützling zuletzt im Training auch richtig schnell gewesen.

Sarah Köhler hingegen wird ausschließlich im Freiwasser an den Start gehen. Die Olympia-Dritte hatte nach den olympischen Spielen ihr Training reduziert und zunächst eine dreimonatige Trainingspause eingelegt, um eine langanhaltende Schulterverletzung auszukurieren. Während dieser Zeit konzentrierte sie sich überwiegend auf die Vorbereitung ihres ersten juristisches Staatsexamen im kommenden Jahr. In Abu Dhabi gibt sie nun ihr Wettkampf-Comeback über die 10 Kilometer. „Für die Kurzbahn reicht meine Form noch nicht. Im Freiwasser konnte ich schon ein paar Erfahrungen sammeln, da ich schon bei einer WM die 4x1500 Meter-Staffel geschwommen und auch über 10 Kilometer gestartet bin, aber noch nicht auf diesem Niveau“, so Köhler, die bei den Olympischen Spielen 2024 auch einen Freiwasserstart ins Auge fasst.

Neben Wellbrock und Köhler reisen aus Magdeburg auch Isabel Gose und Lukas Märtens an. Beide waren am vergangenen Wochenende beim Qualifikationswettkampf für die Langbahn-Wettbewerbe im nächsten Jahr bereits erfolgreich. Auf der Kurzbahn erwartet beide ein volles Programm. Sie sind jeweils über die 200 und 400m Freistil sowie die 1500m (Märtens) bzw. 800m (Gose) gemeldet. Gose bekommt dabei über die 800m Freistil Konkurrenz von der Olympiadritten Simona Quadarella (ITA) und der jungen Amerikanerin Katie Grimes, die sich in Tokio einen starken vierten Platz über diese Strecke sichern konnte.

Ordentlich internationale Wettkampfluft konnten in den vergangenen Wochen und Monaten auch Marie Pietruschka, Leonie Kullmann und Christian Diener schnuppern. Alle drei waren bei der diesjährigen dritten Ausgabe der International Swimming League am Start und konnten sich mit ihren Teams sogar für das Finale in Eindhoven qualifizieren. Dort mussten sie sich letztlich jedoch hinter dem Team Energy Standard mit dem zweiten bzw. dritten Platz begnügen. Diener verbesserte dabei über die Rückenstrecken (100 & 200m) sogar mehrfach die Deutschen Rekorde.

Auch auf das Konto von Fabian Schwingenschlögl gehen in diesem Jahr mehrere nationale Bestmarken. Der Brustschwimmer aus Neckarsulm trug sich unter anderem während der Weltcup-Saison in die Rekordlisten ein und drückte die Bestmarke auf der Kurzbahn über die 100m Brust Stück für Stück weiter nach unten. Konkurrenz aus den eigenen Reihen bekommt Schwingenschlögl in Abu Dhabi von Lucas Matzerath. Der 21-Jährige konnte bei den Olympischen Spielen auftrumpfen, stand im Halbfinale über die 100m Brust und schlug letztlich als Neunter an. Im Kampf um die Medaillen hingegen führt auf dieser Strecke wohl kein Weg an Ilya Shimanovich (BLR) und Arno Kamminga (NED) vorbei. Erstgenannter stellte im vergangenen Monat beim dritten Play-Off Match der ISL einen neuen Weltrekord über die 100m Brust auf.

Aus dem Kreise der internationalen Top-Schwimmer geht neben den bereits Erwähnten die Schwedin Sarah Sjöström an den Start. Die Starsprinterin ist über die 50m Schmetterling und die beiden kurzen Freistilstrecken gemeldet. In 22,93 Sekunden kratzte sie über die 50m Freistil bereits bei der ISL am Weltrekord. Nun hat sie erneut die Chance die Bestmarke der Niederländerin Ranomi Kromowidjojo, die in Abu Dhabi ebenfalls gemeldet ist, zu unterbieten.

Nicht am Start sind hingegen die Nationalteams aus Japan und Australien. Der japanische Schwimmverband kündigte bereits vor einigen Wochen an, keine Mannschaft zur Kurzbahn-WM in diesem Jahr zu entsenden. Hintergrund sind die Reisebeschränkungen im Zuge der Corona-Pandemie. Der Verband aus Down Under hatte seinen Athleten freigestellt, auf individueller Basis an den Wettbewerben teilzunehmen. Dem Angebot folgte als einzige australische Schwimmerin nur Holly Barrat.

Für Österreich sehen wir: Christopher Rothbauer, Bernhard Reitshammer, Felix Auböck, Lena Grabowski, Lena Kreundl, Cornelia Pammer, Claudia Hufnagl, Simon Bucher, Heiko Gigler, Caroline Pilhatsch, Lena Opatril und Nina Gangl. Für die Schweiz ist zudem Nina Kost, die lange Zeit in Heidelberg unter Michael Spikermann trainierte, über die drei Rückenstrecken sowie die 50m & 100m Freistil gemeldet.

Die Kurzbahn-Weltmeisterschaften in Abu Dhabi waren aufgrund der Corona-Pandemie um ein Jahr verschoben worden und finden daher nun vom 16. bis zum 21. Dezember 2022 im Rahmen eines Aquatic Festivals statt. Neben den Becken- und Freiwasserwettbewerben, werden auch hochwertige Wettbewerbe im Springen und High Diving ausgetragen.

Das deutsche Team in Abu Dhabi:

Frauen:

  • Annika Bruhn (Neckarsulmer Sport-Union)
  • Isabel Gose (SC Magdeburg)
  • Leonie Kullmann (SG Neukölln Berlin)
  • Marie Pietruschka (SSG Leipzig)
  • Laura Riedemann (SV Halle/Saale)
  • Leonie Beck (SV Würzburg, nur Freiwasser-Weltcup)
  • Sarah Köhler (SG Frankfurt, nur Freiwasser-Weltcup)
  • Jeanette Spiwoks (SG Essen, nur Freiwasser-Weltcup)
  • Elea Linka (SG Storman Barsbüttel, nur Freiwasser-Weltcup)

Männer:

  • Ole Braunschweig (SG Neukölln Berlin)
  • Christian Diener (Potsdamer SV)
  • Ramon Klenz (Neckarsulmer Sport-Union)
  • Marco Koch (SG Frankfurt)
  • Lukas Märtens (SC Magdeburg)
  • Lucas Matzerath (SG Frankfurt)
  • Henning Mühlleitner (Neckarsulmer Sport-Union)
  • Fabian Schwingenschlögl (Neckarsulmer Sport-Union)
  • Florian Wellbrock (SC Magdeburg, auch Freiwasser-Weltcup)
  • Rob Muffels (SC Magdeburg, nur Freiwasser-Weltcup)
  • Niklas Frach (SV Gelnhausen, nur Freiwasser-Weltcup)
  • Oliver Klement (SG Frankfurt, nur Freiwasser-Weltcup)
  • Ben Langner (SC Magdeburg, nur Freiwasser-Weltcup)
  • Aaron Schmidt (SG Neuss, nur Freiwasser-Weltcup)
  • Linus Schwedler (SC Magdeburg, nur Freiwasser-Weltcup)
  • Ruwen Straub (SV Würzburg, nur Freiwasser-Weltcup)

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