Medisports Network

(16.04.2020) Die Corona-Pandemie stellt die Sportwelt vor neue Herausforderungen. Einnahmen durch Wettkämpfe bleiben aus und Sponsoren haben selbst oft mit wirtschaftlichen Problemen zu kämpfen. Viele Kosten für Vereine und Athleten laufen hingegen weiter. Doch Extremsituationen schweißen auch zusammen und erinnern den einen oder anderen an seine Wurzeln.

So auch im Fall des einstigen Wiesbadener Leistungsschwimmers Benjamin Bilski. Nach seinem Abschied aus dem Wettkampfbecken wechselte er die Badehose gegen den Maßanzug und stürzte sich kopfüber in die Businesswelt. Mit nur 31 Jahren führt er nun die NAGA Group, ein börsennotiertes Unternehmen, das im Finanzbereich aktiv ist. Diese Position will Bilski nutzen, um seiner alten Leidenschaft - dem Schwimmsport - unter die Arme zu greifen.

"Unternehmertum erinnert mich sehr stark an den Hochleistungssport", meint Bilski und kündigt an: "Da ich immer noch im Herzen mit dem Schwimmen verbunden bin und dem Ganzen folge, möchte ich besonders in solchen harten Zeiten, wie wir sie jetzt haben, etwas zurückgeben."

Als eine erste Maßnahme will Bilski seinem einstigen Heimatverein, dem SC Wiesbaden, eine Unterstützung von mehreren Tausend Euro zukommen lassen. Doch das soll noch nicht alles sein: "Ich beginne dies mit einem symbolischen Betrag aus meiner Tasche, werde aber kombiniert mit meinem Geld und NAGA den Wiesbadener aber auch den deutschen Schwimmsport mit einer bis zu sechsstelligen Summe in den nächsten Monaten bzw. Jahren unterstützen wollen."

Wie dies konkret aussehen wird, lässt der einstige JEM-Teilnehmer noch offen, doch sein Blick geht über die aktuelle Situation hinaus. Nicht nur im Schwimmsport sondern auch im Unternehmerleben geht es mal bergauf und mal bergab. Dies bekam auch Bilski in beiden Elementen bereits zu spüren. Wichtig sei es aber "unbreakable" zu sein, wie er es ausdrückt, also immer vollen Einsatz zu zeigen. Er betont daher, dass sich nicht nur während der hoffentlich bald endenden Phase der Corona-Krise engagieren will. Bilski plant im Schwimmsport als langfristiger Partner aufzutreten, nicht nur in Wiesbaden sondern deutschlandweit. 

"Die Rennen, das harte und krasse Training, der tägliche Wille weiter zu kommen und schneller zu werden. Das hat mich geprägt und hat mir im Business extrem geholfen", meint der Deutsche Mannschaftsmeister von 2008, der im kleinen Becken beachtliche Bestzeiten wie eine 1:44,76 über 200m Freistil und 1:55,96 über 200m Schmetterling zu Buche stehen hat, zurückblickend auf seine aktiven Tage. 

Die Athleten, die nun die Sportlergeneration nach Bilski prägen, hoffen derweil, dass sie bald wieder ins Wasser dürfen. Und ihre Vereine hoffen, dass sie dann noch wirtschaftlich in der Lage sind, den Schwimmern Training, Wettkämpfe und Trainingslager zu ermöglichen. Schritt für Schritt gilt es, den Weg zurück zur Normalität zu finden und voranzuschreiten. Vielleicht kann Bilskis Unterstützung dabei ein wenig helfen.